Gedenktafel in Mannheim: Bahn erinnert an Serkan Calar
- Den Hinterbliebenen ist wichtig, dass die Gedenktafel nicht nur Serkan Calar gewidmet ist, sondern allen Bediensteten im öffentlichen Dienst, die jeden Tag Gewalt erleben. (Archivbild)
- Foto: Boris Roessler/dpa
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Mannheim. Reisende und Bahn-Beschäftigte können am Mannheimer Hauptbahnhof nun an einem dauerhaften Gedenkort innehalten: Auf Gleis 1 erinnert eine Tafel an den getöteten Zugbegleiter Serkan Calar und mahnt zu Respekt im Bahnalltag.
Sieben Monate nach dem tödlichen Angriff bei einer Fahrscheinkontrolle wurde die Gedenkstätte im Beisein von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) und Bahnchefin Evelyn Palla freigegeben. Auch Angehörige, Freunde sowie ehemalige Kolleginnen und Kollegen nahmen an der Zeremonie teil.
Familie: „Deine Spuren bleiben“
Die Deutsche Bahn will den Ort gemeinsam mit den Angehörigen dauerhaft erhalten. Die Familie teilte mit, die Gedenktafel erinnere an Serkan Calar und zugleich an etwas, das alle verbinde: „Jeder Mensch ist wertvoll. Jeder Mensch verdient Respekt. Kein Mensch sollte vergessen werden.“ Weiter heißt es: „Serkan, du bist gegangen, aber deine Spuren bleiben. Du wirst niemals vergessen.“
Tafel erinnert an Dienst und Engagement
Auf der Tafel steht: „Serkan Calar. Im Dienst für die Deutsche Bahn verlor er am 4. Februar im Alter von 36 Jahren infolge eines tätlichen Angriffs sein Leben. Mit großem Engagement war er für Reisende sowie Kolleginnen und Kollegen da. Wir erinnern in Dankbarkeit und Respekt an ihn. Sein Tod mahnt uns zu Rücksichtnahme und einem respektvollen Miteinander.“
Calar aus Ludwigshafen starb Anfang Februar nach dem Angriff eines Fahrgastes ohne Ticket in einem Regionalexpress in der Pfalz an einer Hirnblutung. Die Tat sorgte bundesweit für Entsetzen und löste eine Debatte über die Sicherheit in Zügen aus. Der Täter wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Mannheim war der Dienstort des 36-Jährigen, der alleinerziehender Vater von zwei minderjährigen Söhnen war.
Mehr Schutz für Beschäftigte
Nach dem Angriff hat die Deutsche Bahn ihre Schutzmaßnahmen ausgeweitet. Bodycams gehören inzwischen zum Alltag vieler Beschäftigter mit Kundenkontakt. Hintergrund ist eine Entwicklung, die die Bahn mit Zahlen beschreibt.
- 2025 wurden konzernweit 3.264 körperliche Übergriffe auf Beschäftigte registriert.
- Rund 70 Prozent der Fälle betrafen das Zugbegleitpersonal.
- Allein bei DB Regio wurden 1.659 Fälle gezählt.
- Im ersten Halbjahr 2026 waren es dort bereits 989 körperliche Übergriffe, darunter 22 schwere Körperverletzungen.
Bei der Zeremonie sprachen Palla, Bilger und Calars Bruder Eray nach einer Schweigeminute einige Worte und legten Blumen am Gedenkort nieder. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |