Gedenktafel in Mannheim: Bahn erinnert an getöteten Zugbegleiter
- Die Tat hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst.
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Mannheim. Für Reisende und Beschäftigte ist am Hauptbahnhof Mannheim nun ein sichtbarer Mahnort entstanden. Sieben Monate nach dem tödlichen Angriff auf den Zugbegleiter Serkan Calar wurde auf Gleis 1 eine Gedenktafel freigegeben.
Der 36-Jährige aus Ludwigshafen war am 4. Februar nach einem Angriff eines Fahrgasts ohne Ticket in einem Regionalexpress in der Pfalz an einer Hirnblutung gestorben. Mannheim war Calars Dienstort. Zu der Zeremonie kamen Hinterbliebene, Freunde sowie frühere Kolleginnen und Kollegen. Auch Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) und Bahnchefin Evelyn Palla nahmen teil.
Familie erinnert mit bewegenden Worten
Gemeinsam mit den Angehörigen wolle die Deutsche Bahn einen dauerhaften Mahn- und Gedenkort schaffen. Die Familie teilte mit: „Diese Gedenktafel erinnert an unserem Serkan - und gleichzeitig an etwas, das uns alle verbindet: Jeder Mensch ist wertvoll. Jeder Mensch verdient Respekt. Kein Mensch sollte vergessen werden.“ Weiter hieß es: „Serkan, du bist gegangen, aber deine Spuren bleiben. Du wirst niemals vergessen.“
Nach einer Schweigeminute sprachen Palla, Bilger und Calars Bruder Eray einige Worte. Anschließend legten sie Blumen am Gedenkort nieder.
Text auf der Tafel mahnt zu Respekt
Auf der Gedenktafel steht: „Serkan Calar. Im Dienst für die Deutsche Bahn verlor er am 4. Februar im Alter von 36 Jahren infolge eines tätlichen Angriffs sein Leben. Mit großem Engagement war er für Reisende sowie Kolleginnen und Kollegen da. Wir erinnern in Dankbarkeit und Respekt an ihn. Sein Tod mahnt uns zu Rücksichtnahme und einem respektvollen Miteinander.“
Der Angriff sorgte bundesweit für Entsetzen und löste eine Debatte über mangelnde Sicherheit in Zügen aus. Der Täter wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Calar war alleinerziehender Vater von zwei minderjährigen Söhnen.
Viele Übergriffe treffen Zugbegleiter
Die Deutsche Bahn verweist auf eine Entwicklung, die viele Beschäftigte mit Kundenkontakt betrifft. Nach Konzernangaben wurden im vergangenen Jahr 3.264 körperliche Übergriffe auf Beschäftigte registriert. Rund 70 Prozent davon trafen das Zugbegleitpersonal. Allein bei DB Regio waren es 1.659 Fälle.
Im ersten Halbjahr dieses Jahres zählte DB Regio bereits 989 körperliche Übergriffe, darunter 22 schwere Körperverletzungen. Nach dem Tod von Serkan Calar hat die Bahn ihre Sicherheitsmaßnahmen ausgeweitet. Dazu gehören inzwischen Bodycams im Alltag vieler Beschäftigter mit Kundenkontakt. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |