Mannheimer Runde
„Dialog im Quadrat“ bei einer Hundertjährigen
- Podiumsdiskussion mit (v.l.) Alexander Langendörfer (Diringer und Scheidel), OB Christian Specht, Stefan Kleiber und Karl-Heinz Frings (GBG-Gruppe).
- Foto: Erich Rathgeber
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Zu einer besonderen Geburtstagsfeier wurde jetzt der zweite „Dialog im Quadrat“ der „Mannheimer Runde“ im Jahr 2026. Grund: Fast auf den Tag genau vor hundert Jahren setzte Oscar Mayer als damaliger Direktor des Badischen Notariats seine Unterschrift auf eine Urkunde, mit der die Gründung der „Gemeinnützigen Baugesellschaft Mannheim“ offiziell besiegelt wurde. Heute ist die GBG-Unternehmensgruppe mit ihren elf Tochtergesellschaften nicht nur Mitglied in der größten Mittelstandsvereinigung der Kurpfalz, sondern auch bedeutender städtebaulicher Player in der Quadratestadt. Klar, dass dies Anlass genug war, das beliebte Gesprächsformat diesmal beim Jubilar stattfinden zu lassen. So kamen am Dienstagabend über 100 Mitglieder im „MARCHIVUM“ zusammen, um sich zum einen über die lange Geschichte des Gastgebers zu informieren und zum anderen eine interessante Situationsbeschreibung des Mannheimer Immobilienmarktes präsentiert zu bekommen.
Zunächst hatte jedoch Stefan Kleiber als Vorsitzender der „Mannheimer Runde“ die überaus zahlreiche Gästeschar begrüßt und kurz ins Thema eingeführt. Danach skizzierte Karl-Heinz Frings, seit 2014 Geschäftsführer der GBG-Gruppe, die wechselvolle Geschichte des Unternehmens im Laufe der Jahrzehnte. Am 2. Juni 1926 sei die GBG von der Stadt Mannheim gegründet worden, um dem eklatanten Mangel an bezahlbarem Wohnraum entgegenzuwirken. Ein Jahrhundert später sei daraus eine Gruppe mit vielfältigen Aufgaben geworden, eins aber laut Frings gleichgeblieben: Auch heute liege der Fokus der GBG auf dem Angebot von bezahlbarem Wohnraum und noch immer handele es sich um ein komplett kommunales Unternehmen.
Das sich aber in dieser Zeit selbst verändert habe. Im Kern stehe zwar noch heute das Wohnungsangebot, aktuell gehörten mehr als 20.000 Wohnungen zum Bestand. Zusätzlich ist eine ganze Gruppe an Unternehmen gewachsen, die mit vielen Angeboten das Leben in Mannheim gestalten und bereichern. Frings: „Wir bauen und unterhalten Schulen und Kindergärten, bieten Pflege an, kümmern uns um die Speiseversorgung in vielen Einrichtungen, betreiben Second-Hand- und Lebensmittelmärkte, und noch vieles mehr. Alle Angebote richten sich an einem Lebensphasenmodell aus: Die GBG-Gruppe will den Mannheimerinnen und Mannheimer Angebote machen, die zu allen Lebensphasen passen– von Kindergärten über Wohnen bis zur Altenpflege“
Noch länger, nämlich seit 1921, ist die Unternehmensgruppe Diringer&Scheidel in Mannheim und der Region aktiv, wie Alexander Langendörfer als Geschäftsführer der Diringer& Scheidel Wohn- und Gewerbebau GmbH wissen ließ. Als klassische Baufirma gegründet habe sich „D&S“ als in der 4. Generation eigentümergeführte Unternehmensgruppe mit 4.300 Mitarbeitern und einem Umsatz von 500 Millionen Euro im Bau-und Dienstleistungsbereich weiter diversifiziert. Zum Portfolio gehörten heute nicht nur Projektentwicklung, Baustoffe und grabenlose Rohrsanierung, sondern auch Technik und Dienstleistungen vom Gebäudemanagement bis hin zum Catering. Als bekanntesten Projekte des Unternehmens nannte Langendörfer unter anderem Q6/Q7, das New 7 an der Stelle des ehemaligen Horten-Gebäudes und das LanzCarrė.
Anschaulich und mit Fakten hinterlegt beschrieb Langendörfer auch die schwierigen Rahmenbedingungen in seiner Branche, angefangen von den gestiegenen Baukosten, der Zinsentwicklung, behördliche Auflagen bis hin zum fehlenden Angebot von Bauland. „Aber es wird auch wieder einmal aufwärts gehen“, wollte der Geschäftsführer mit einem positiven Ausblick enden. „Wenn wir uns alle wie hier in diesem Kreis unterstützen und zusammenhalten, schaffen wir den Aufbruch auch“, blickte Alexander Langendörfer zuversichtlich in die Zukunft. Schließlich müsse der Wohnungsbau in die Gänge kommen, „sonst bekommen wir sozial- und gesellschaftspolitische Themen, die in der jetzigen Situation alles andere als hilfreich sind“.
In der anschließenden Fragerunde hatten die Mitglieder der Mannheimer Runde wie immer Gelegenheit, ihre speziellen Fragen an die Referenten und auch an Oberbürgermeister Christian Specht zu stellen. Dieser berichtete wie aus seiner Sicht oftmals Bundes- und Landesrecht Bauprozesse erschwerten. Deutlich mehr Freude erzeugte dann der Lauf zum Büfett, das mit einem exquisiten Menü den Schlusspunkt im offiziellen Programm bedeutete. Zu Ende war der Abend das aber noch nicht. Lange noch standen die Mitglieder in kleinen Gruppen zu informellen Gesprächen zusammen.
Autor:Erich Rathgeber aus Mannheim |
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