Aktion "Night of Light"
Hilferuf der Veranstaltungswirtschaft

Night of Light in der Altstadt von Frankfurt am Main: Bauwerke sollen rot illuminiert werden, um auf die Notlage der Veranstaltungsbranche hinzuweisen.
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  • Night of Light in der Altstadt von Frankfurt am Main: Bauwerke sollen rot illuminiert werden, um auf die Notlage der Veranstaltungsbranche hinzuweisen.
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Update, 23. Juni, 10.27 Uhr
Noch einmal 2.000 Gebäude mehr als angekündigt wurden in der vergangenen Nacht rot angestrahlt, um auf die Not der Veranstaltungs-Unternehmen aufmerksam zu machen. Letztlich wurden deutschlandweit fast 9000 Gebäude in über 1.500 Städten in der Nacht von Montag auf Dienstag, 22. auf 23. Juni, mit rotem Licht illuminiert. Auch in der Pfalz und in Baden leuchteten etliche Gebäude in der Nacht in Alarm-Rot. Mit der Aktion „Night of Light 2020“ machen die mehr als 8000 Teilnehmer auf die dramatische Lage der Veranstaltungswirtschaft aufmerksam. Durch die behördlichen Auflagen im Zuge der Corona-Krise droht einem der größten Sektoren der deutschen Wirtschaft eine Pleitewelleenormen Ausmaßes. Mit der „Night of Light 2020“ rufen Marktteilnehmer aus allen Bereichen der Veranstaltungswirtschaft zu einem Dialog mit der Politik auf, um Lösungen und Wege aus der Krise zu entwickeln. 

Update 22. Juni, 10.03 Uhr 
Über 7000 Gebäude von fast 7000 Veranstaltern werden im Rahmen der Night of Light in Deutschland und über die Grenzen hinaus rot beleuchtet, um Politik und  auf die Notlage der Veranstalter hinzuweisen. Heute Abend ab 22 Uhr bis 1 Uhr in der Nacht sollen die rot illuminierten Eventlocations, Spielstätten, Gebäude und Bauwerke ein flammendes Zeichen setzen. Gefordert werden Lösungen für die Veranstaltungswirtschaft, um die Corona-Krise zu überleben. Auf einer Karte wurden die Teilnehmer an der Night of Light zusammengestellt: https://night-of-light.show-advance.com/map

Corona-Krise. Aufgrund der behördlichen Auflagen im Zuge der Corona-Krise stehen viele Unternehmen vor dem Abgrund. Die Veranstaltungswirtschaft wurde ebenfalls getroffen. Dem riesigen Wirtschaftszweig wurde praktisch über Nacht die Arbeitsgrundlage entzogen. Nun will die Branche ein Zeichen setzen, um auf ihre Notlage hinzuweisen.

Einen flammenden Appell an die Politik wurde mit der Aktion "Night of Light" ins Leben gerufen. In der Nacht von Montag, 22., auf Dienstag, 23. Juni, werden Unternehmen aus allen Bereichen der Veranstaltungswirtschaft bundesweit in mehr als 200 Städten Eventlocations, Spielstätten, Gebäude und Bauwerke mit rotem Licht illuminieren: viele leuchtende Mahnmale, die sich zu einem gewaltigen Licht-Monument arrangieren. Ein flammender Appell zum Einstieg in einen Branchendialog, der die Vielfältigkeit und Systemrelevanz der deutschen Veranstaltungswirtschaft thematisieren soll. Allein Konzerte, Volksfeste, Firmenfeiern und Messen ziehen in normalen Jahren in Deutschland knapp 500 Millionen Besucher an und können bis auf Weiteres gar nicht oder nur unter Auflagen stattfinden. Die derzeitigen Hilfsprogramme für die Veranstaltungswirtschaft bestehen im Wesentlichen aus Kreditprogrammen, die jedoch eine erneute Zahlungsunfähigkeit in Verbindung mit der Überschuldung der betroffenen Unternehmen zur Folge haben könnten. Deshalb sind Veranstalter jeglicher Art dazu aufgerufen, sich an der Aktion zu beteiligen, um auf die schwierige Lage aufmerksam zu machen.

„Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht!“

Für den Initiator der Aktion „Night of Light“ und Vorstand der LK-AG Essen, Tom Koperek, steht die gesamte Veranstaltungswirtschaft auf der Roten Liste der aussterbenden Branchen: „Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht! Die aktuellen Auflagen und Restriktionen machen die wirtschaftliche Durchführung von Veranstaltungen quasi unmöglich.“ Das treffe nicht nur die Veranstalter, sondern auch Spielstätten sowie Zulieferer und Dienstleister jeder Art und Größe: Technikfirmen, Bühnen- und Messebauer, Ausstatter, Caterer, Logistiker über Künstler bis hin zum Einzelunternehmer, der Content, Drehbuch, Regie oder florale Dekoration zu Events beisteuert. „Rienne va plus – nichts geht mehr!“, lautet Kopereks düsteres Fazit über die Notlage einer heterogenen Branche, die über 150 verschiedene Gewerke und Spezialdisziplinen in sich vereint und deshalb über keine einheitliche Lobby verfügt. Umso wichtiger sei es, für eine stärkere Wahrnehmung durch die Politik und Öffentlichkeit zu sorgen. Dies ist ebenfalls das Ziel der „Initiative für die Veranstaltungswirtschaft“, welche bereits am 6. März durch die Initiatorin Sandra Beckmann ins Leben gerufen wurde. Für die Night of Light besteht daher eine Kooperation zur Durchführung dieser deutschlandweiten Aktion.

Bereits über 1000 Teilnehmer

Einem ersten Aufruf zur Teilnahme an der Aktion sind bereits über 1000 Unternehmen in 250 Städten aus verschiedensten Bereichen der Veranstaltungswirtschaft gefolgt. Vereint zu einer übergreifenden Interessen- und Arbeitsgemeinschaft, initiieren sie gemeinsam vom 22. Juni, ab 22 Uhr, bis 23. Juni, 1 Uhr, die unübersehbare Night of Light. Die Farbe soll mahnen, dass sich die Veranstaltungswirtschaft auf der "Roten Liste" der aussterbenden Branchen befinde und, dass die Unternehmen leidenschaftlich brennen für ihren Beruf. 

Dramatische Lage der Veranstaltungswirtschaft

Die Veranstaltungswirtschaft war der erste Wirtschaftszweig, der von der COVID-19-Krise getroffen wurde und er wird laut Veranstalter auch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit am längsten und tiefgreifendsten von den Auswirkungen betroffen sein. Faktisch alle Unternehmen aus der Branche haben seit dem 10. März 2020 innerhalb weniger Werktage ihre gesamten Auftragsbestände verloren. Sie gerieten als erste in die Krise und würden als letzte wieder aus der Krise herauskommen. Das vorläufige Verbot von Großveranstaltungen gilt bis 31. August 2020.

Anders als im produzierenden Gewerbe können weggefallene Umsätze nicht nachgeholt werden und nichts „auf Lager“ produziert werden. Selbst wenn nach Beendigung der Krise eine hohe Nachfrage einsetzen würde, könne der erlittene Verlust nicht mehr kompensiert werden. Es sei außerdem wichtig, auch die Öffentlichkeit auf die besonders hart getroffene Branche der Veranstaltungswirtschaft aufmerksam zu machen und zu verdeutlichen, dass die derzeitigen Hilfeleistungen in Form von Kreditprogrammen nicht ausreichen. Da diese Kredite nicht wertschöpfend investiert werden können, sondern zur Deckung von Betriebskosten aufgewendet werden müssten, führt dies nach dem Verbrauch der Kredite zu einer erneuten Zahlungsunfähigkeit in Verbindung mit einer Überschuldung. laub/ps

Weitere Informationen:
Anmeldungen sind möglich unter www.night-of-light.de

Autor:

Laura Braunbach aus Ludwigshafen

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