Tipps für den Umgang mit verwirrten Fledermäusen
Vor allem Ruhe bewahren

Wenn Fledermäuse, hier ein Braunes Langohr, sich in Wohnungen verirren, heißt es vor allen Dingen Ruhe zu bewahren.
  • Wenn Fledermäuse, hier ein Braunes Langohr, sich in Wohnungen verirren, heißt es vor allen Dingen Ruhe zu bewahren.
  • Foto: Dietmar Nill
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NABU. Im Sommer häufen sich die Anrufe beim NABU: Viele Bürger berichten teils aufgebracht, teils fasziniert von Fledermäusen in ihren Wohnungen. Bei den Tieren handelt es sich in der Regel um Jungtiere, die sich auf ihren Erkundungsflügen versehentlich in die menschlichen Behausungen verirren. In der Abenddämmerung fliegen sie in der Regel von alleine wieder hinaus.

Kippfenster ähneln Fledermausquartieren

Anfang August werden junge Fledermäuse flügge und erkunden die Welt. Die am häufigsten in Rheinland-Pfalz vorkommende Fledermausart, die Zwergfledermaus, bewohnt im Sommer so genannte Spaltenquartiere wie enge Ritzen oder Nischen unter Hausdächern oder an Gebäuden. Die Jungtiere sind noch unerfahren im Auskundschaften optimaler Quartiere und probieren verschiedene Strukturen aus. Ein gekipptes Fenster oder eine Gardinenfalte scheinen ein geeignetes Schlafquartier zu versprechen. Ab Mitte September fliegen die kleinen Säuger zu ihren Winterquartieren, daher sind nach September keine Einflüge mehr zu erwarten.

Was der NABU empfiehlt

Zuallererst: Ruhe bewahren: Fledermäuse sind Menschen gegenüber nicht aggressiv und greifen diese nicht an. Dennoch ist beim direkten Kontakt mit den Wildtieren Vorsicht geboten. Außerdem: Fledermäuse zählen zu den stark bedrohten Säugetierarten in Deutschland. Sie sind gesetzlich geschützt und dürfen daher nicht verletzt oder gar getötet werden.
Fenster auf, Licht aus, abwarten. Die meisten Fledermäuse fliegen durch ein gekipptes Fenster ein, da diese den Sommerquartieren besonders ähneln. Oft kommen sie aber nicht wieder von selbst hinaus. Bei einer abends im Raum umherfliegenden Fledermaus solle daher das Licht ausgemacht und alle Fenster weit geöffnet werden. Die meisten Fledermäuse finden dann ihren Weg selbst hinaus.
Falls tagsüber Fledermäuse gefunden werden, sollten die Tiere vorsichtig gegriffen und in einen kleinen Karton verfrachtet werden. Wichtig: Die Fledermäuse nur mit einem (Leder-) Handschuh oder einem dicken Handtuch behutsam anfassen. Für die Tiere ist das eine Stresssituation und sie könnten sich eventuell mit Bissen wehren. Den Karton bitte unbedingt gut verschließen, mit Trinkschale und Versteckmöglichkeiten bestücken! Zur späten Dämmerung den Karton nach draußen bringen, öffnen und die Fledermaus an einen Baum oder an eine Hauswand setzen.

Fledermäuse willkommen

Wer Fledermäusen gerne geeigneten Wohnraum zu Verfügung stellen möchte, kann dies mit einfachen Mitteln tun. Es gibt zahlreiche Fledermauskästen auf dem Markt und mit der richtigen Bepflanzung im Garten kann man den nächtlichen Flatterern einen reich gedeckten Tisch bescheren. Der NABU zeichnet nicht nur fledermausfreundliche Häuser aus, er berät auch interessierte Hausbesitzer bei Renovierungen und Hilfsmaßnahmen für die wendigen Nachtjäger. „Fledermäuse sind sehr angenehme Untermieter, machen keinen Lärm und richten keine Schäden an der Bausubstanz an. Lediglich kleine Hinterlassenschaften verraten ihre Anwesenheit am Haus. Diese gelten jedoch als hervorragender Pflanzendünger“, sagt Fiona Brurein, Mitarbeiterin des NABU Rheinland-Pfalz. Fledermäuse bringen Hausbesitzern auch einige Vorteile. So vertilgen sie zum Beispiel mehrere tausend Mücken pro Nacht und zeigen, wo das Lebensumfeld noch intakt ist. Das Anbringen von Fledermausquartieren ist auch bei Renovierungs-Arbeiten an Häusern problemlos durchführbar. Nur wenige Maßnahmen reichen schon aus, um den faszinierenden Flugsäugern zu helfen.

Batnight

Auch die Batnight trägt dazu bei, über Fledermäuse und ihre Lebensweise aufzuklären. Die internationale Fledermausnacht findet traditionell Ende August statt, mittlerweile weltweit in über 35 Ländern. Termine unter www.NABU.de/aktionenundprojekte/batnight/termine.

Zusätzlich gibt es eine bundesweite Fledermaushotline, unter der dringende Fragen beantwortet werden. Die Nummer lautet: 030-2849845000. Diese ist im August zu folgenden Zeiten erreichbar: Montag bis Freitag 10 bis 16 Uhr und 19 bis 20.30 Uhr.
Samstag, Sonntag und Feiertage 11 bis 13 Uhr und 17 bis 19 Uhr. Im September ist das Fledermaustelefon Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr erreichbar. ps

Weitere Informationen:

Die Homepage der Aktion „Fledermäuse Willkommen!“ finden Interessierte unter www.fledermäuse-willkommen.de
Häufig gestellte Fragen zu Fledermäusen beantwortet der NABU unter:
www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse

Autor:

Jessica Bader aus Ludwigshafen

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