Der Teufel im Christentum
Gegenspieler Gottes

Der Teufel im Christentum: Raffaels Bild „Erzengel Michael vertreibt Satan“ von 1518 hängt im Louvre
  • Der Teufel im Christentum: Raffaels Bild „Erzengel Michael vertreibt Satan“ von 1518 hängt im Louvre
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  • hochgeladen von Roland Kohls

Teuflisch.Der Teufel ist der Gegenspieler Gottes. Welche Rolle der Satan und die Dämonen im Christentum spielen und warum es diesen Diabolos geben muss, erklärt uns der Landauer Dekan Pfarrer Axel Brecht.

Welche Rolle spielt der Teufel im Christentum?

Axel Brecht: Die Menschen versuchen mit dieser Figur des Teufels, das Dunkle in der Welt zu erklären. Dafür gibt es in allen Religionen einen Diabolos, der alles durcheinanderwirft. Schon im Alten Testament gibt es den Satan, der beispielsweise Hiobs Frömmigkeit testet, indem er ihm erst seinen Besitz, dann seine Kinder nimmt und ihn schließlich auch noch an Geschwüren erkranken lässt. Es ist eine Konstruktion, um die Ungerechtigkeit in unserer Welt zu erklären, das Problem der Theodizee: die Antwort auf die Frage, wie kann Gott gerechtfertigt werden im Angesicht von Leid, Schmerz, Tod et cetera in der Welt.

Und wie löst das Christentum dieses Problem?

Brecht: „Fürchtet Euch nicht“, sagt Jesus. Denn er hat die Menschheit erlöst von dem Bösen. Deshalb braucht man sich vor dem Bösen und Unerklärlichen nicht zu fürchten, auch die schwersten Schicksalsschläge sind dadurch relativiert. Die ersten Christen waren einer massiven Verfolgung ausgesetzt. Aber sie glaubten daran, dass das Leben mit dem Tod nicht endet – da kommt noch etwas.

Auch in der „Offenbarung des Johannes“ taucht der Teufel auf. Wie ist das letzte Buch der Bibel zu verstehen?

Brecht: Die sogenannte „Apokalypse“, die „Offenbarung des Johannes“, ist in der Zeit der Christenverfolgung entstanden. Für die verfolgte Gemeinde war es ein Trostbuch, eine Ermunterung, zu ihrem Glauben zu stehen. Sie ist nicht als Zukunftsvision zu verstehen, sondern als Blick auf die Welt, wie Johannes sie erlebte. Es gibt Interpretationen, die den Teufel als Allegorie auf den römischen Kaiser Nero verstehen, der die Christen damals bedrohte. Doch in der Apokalypse siegt am Ende die Gemeinschaft mit Gott - das himmlische Jerusalem ist ein ausdrucksstarkes Bild dafür. Das Böse beziehungsweise der Teufel hat nie das letzte Wort.

Wie stand die Kirche zur Hexenverfolgung?

Brecht: Der Glaube an Hexen war ein heidnischer Glaube. Als solcher wurde er zunächst auch von der Kirche betrachtet. Sie brandmarkte den Glauben an Hexen als Aberglauben. Die meisten Hexenprozesse wurden auch nicht von der Kirche geführt – die berühmte Inquisition war in erster Linie gegen sogenannte Häretiker gerichtet. Bei den Hexenprozessen ging es um Macht und um Sündenböcke für weltliches Unglück. Die Zeit der Hexenverfolgung im 16. und 17. Jahrhundert war eine Zeit großer Umbrüche, die Pest wütete und es herrschte die Kleine Eiszeit: da gab es viel Unglück, für das man einen Schuldigen brauchte.

Und warum gibt es das Böse, wenn Gott doch allmächtig ist?

Brecht: Das Böse ist auch die Bedingung für die Freiheit des Menschen. Denn wenn ich nicht die Wahl habe, mich auch gegen Gott, das Gute und das Leben zu entscheiden, fehlt mir die Alternative. So gesehen ist das Böse unabdingbar, wenn der Mensch frei sein soll. Sonst wären wir nur Marionetten ohne freien Willen und ohne jede Verantwortung für unser Handeln. rk

Michael besiegt den Teufel
Autor:

Dehäm Magazin aus Ludwigshafen

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