HSV-Spieler Bakery Jatta fiel früh durch eine Schwalbe negativ auf
"Supporters Karlsruhe" nehmen Stellung in Sachen "Rassismusvorwürfe gegen KSC-Fans"

Blick auf den KSC-Block
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  • Foto: archiv/wow.pics.ka
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Karlsruhe. Im Rahmen der bundesweiten Berichterstattung und in den sozialen Netzwerken wird, rund um das Zweitligaspiel zwischen dem KSC und dem Hamburger SV, allen KSC-Fans unverhohlen rassistisches Verhalten vorgeworfen.

Pfiffe im Stadion sind rassistisch?
Ein gar seltsamer Vorwurf: Pfiffe im Stadion sind rassistisch?! "Als Fan-Dachverband aller KSC-Fans wollen wir diesem Vorwurf scharf entgegentreten und entschieden zurückweisen. Wer pauschal, anhand des Spiels gegen den HSV, der Karlsruher Fankurve Rassismus unterstellt, hat sich nicht im Ansatz die Mühe gemacht, sich mit der Fan-Kultur in Karlsruhe auseinanderzusetzen", so die "Supporters Karlsruhe" deutlich. Die Karlsruher Fanszene setzt sich sehr stark für Menschlichkeit und Miteinander und gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus ein! "Im Vergleich zu anderen Stadien waren bereits früh die erniedrigenden und im Stadionalltag damals üblichen „Affenrufe” und ähnliches aus der Karlsruher Kurve verbannt." Dies unter anderem durch die Arbeit der 2000 gegründeten Initiative „Blau-Weiss statt Braun” und der Courage von einzelnen Fans und Gruppen in den Blöcken. Es fand seitdem und bis heute immer eine kritische Auseinandersetzung mit Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung statt.

In vielen Aktionen haben sich die Karlsruher Fußballfans klar positioniert. "Wir sind Teil des Netzwerks „Karlsruhe gegen Rechts“ und unterstützen „NieWieder“, die Initiative zum Erinnerungstag im Deutschen Fußball", so die "Supporters Karlsruhe": Aktionen wie die Teilnahme am Gegenprotest zum Naziaufmarsch „Tag der Zukunft” in Karlsruhe 2017, der Aufarbeitung der Fußballhistorie (u.a. Errichtung der Erinnerungsstele für Walther Bensemann) vor allem die Zeit während des Nationalsozialismus, mahnende Gedenkaktionen an den Holocaust (Gedenktag an Julius Hirsch) und unsere Spendenaktion „Bälle für Flüchtlinge”, sind nur ein Auszug aus dem sozialen Engagement der "Supporters Karlsruhe": "So war und ist man sich in der Karlsruher Kurve einig, nur mit Akzeptanz, Beteiligung und Einbindung in unseren Alltag ist der Weg für eine Integration von Menschen möglich. Und hierfür bietet sich der Fußball an! Denn dieser verbindet, über Nationen und Grenzen hinweg. Auf dem Platz und auf den Rängen werden Menschen jeglicher Herkunft, jeglichen Glaubens eine verschworene Gemeinschaft, ein Team, eine Mannschaft die zusammenhält und die ein gemeinsames Ziel erreichen will.

Bereits im Vorfeld des Spiels war wohl allen Fußballfans klar, dass der Spieler Bakery Jatta je nach Spielausgang in den Mittelpunkt der Diskussion rücken wird. "Wir haben daher bereits im Vorfeld mahnend in unserer „Blockschrift" – unser zu jedem Heimspiel, im Stadion ausgelegten Mitteilungsblatt – auf die Situation um den HSV und Bakery Jatta hingewiesen", so die "Supporters Karlsruhe". Hier steht unter anderem "Nebenbei, die drei Punkte sollten im Spiel gegen den HSV durch eine sportliche (Glanz-) Leistung auf dem Platz und keinesfalls durch eine Protestnote am grünen Tisch eingefahren werden! Eine mögliche Niederlage somit an einem einzigen Spieler, dessen Herkunft augenscheinlich unklar ist, festzumachen ist keinem Fußballverein – auch nicht unserem KSC – würdig!"

Unsportlichkeit des Spielers Auslöser der Pfiffe
Das gegen Jatta lautstark gepfiffen wurde, hat nichts mit der Diskussion um die Identität zu tun - sondern alleine mit dem unsportlichen Verhalten des Spielers, der früh durch eine Schwalbe negativ auffiel!  "Im Laufe der Begegnung führte, aus Sicht vieler im Stadion, unsportliches Verhalten (Schwalbe) von Jatta zu Missmut seitens der Fans", so "Supporters Karlsruhe": "Pfiffe waren seitdem zu hören."

Aufmerksamkeit um jeden Preis?
Mal ehrlich: Pfiffe, die es so auch gegen andere Spieler gab und geben wird, Woche für Woche - und das hat in keiner Weise etwas mit Rassismus zu tun. Wer das hier jetzt in einem solchen Kontext konstruiert, sucht wohl nach irgend etwas, um in der Hamburger Medienlandschaft Aufmerksamkeit zu erreichen. "Wenn man dann noch berücksichtigt, dass viele die Schiedsrichterleistung aus dem Relegationsspiel vor Augen haben und der Schiedsrichter in dieser Partie außerdem recht früh einen durchaus fragwürdigen Elfmeter gegen den KSC gepfiffen hat, war der Emotionen Bann gebrochen", so die "Supporters Karlsruhe". Pfiffe gegen Spieler, Schiedsrichter und gegnerische Fans gehören durchaus zu einem Fußballspiel, sind auch Teil der Emotion in einem Stadion. Wobei man hier durchaus, ob Pfiffe fair oder unfair sind, geteilter Meinung sein. Fakt ist aber, dass Pfiffe in allen Stadien weltweit üblich und akzeptiert sind. 

Interessant ist auch, dass die "Supporters Karlsruhe" sogar noch einen Schritt weitergehen: "Wir fordern außerdem den Karlsruher SC dazu auf, die auf dem Platz eingefahrene sportliche Niederlage anzuerkennen und keinen Protest gegen die Spielwertung einzulegen. Wir würden es vielmehr begrüßen, wenn unser Verein als Beispiel vorangehen und dadurch vielleicht einen Beitrag dazu leistet, die Sache im Interesse und im Sinn des Fußballs zu beenden." (red)

Autor:

Jo Wagner

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