Ausbildung im Handwerk Pfalz: Mehr Azubis trotz Krisenzeiten
- Ausbildung im Handwerk ist gefragt: Die Zahl neuer Lehrverträge in der Pfalz ist 2025 deutlich gestiegen
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Pfalz. Die Handwerkskammer der Pfalz meldet für 2025 einen Zuwachs bei neuen Ausbildungsverträgen. Besonders Frauen und Abiturienten profitieren.
Handwerk als Stabilitätsanker
Das pfälzische Handwerk erweist sich einmal mehr als Stabilitätsanker in der Krise: Trotz der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation beendete die Handwerkskammer der Pfalz (HWK) das Jahr 2025 mit einem deutlichen Zuwachs von gut fünf Prozent an neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen gegenüber dem Vorjahresmonat.
Mehr junge Menschen entscheiden sich für eine Lehre
Mit diesem Ergebnis liegt die Kammer an der Spitze der rheinland-pfälzischen Handwerkskammern. 2239 neue Lehrverträge wurden im vergangenen Jahr in die Lehrlingsrolle der Handwerkskammer eingetragen, davon 285 Absolventen mit Abitur oder Fachhochschulreife. Auch diese Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen.
Frauenanteil wächst – Kaiserslautern über dem Schnitt
Unter den am 31. Dezember 2025 insgesamt 5407 bestehenden Ausbildungsverhältnissen im pfälzischen Handwerk befinden sich 831 weibliche Auszubildende (15,4 Prozent). Auch wenn diese Zahl gerne noch deutlich höher sein dürfte, ist es erfreulich, dass die Stadt Kaiserslautern mit einem Anteil von gut 20 Prozent Frauen in der Ausbildung knapp fünf Prozent über dem Wert des Kammerbezirks und auch des Landkreises (13,7 Prozent) liegt.
Beliebteste Ausbildungsberufe mit teils starken Zuwächsen
Die positive Tendenz ist auch unter den Top zwölf Ausbildungsberufen in der Pfalz erkennbar: So war der Beruf des/r Kfz-Mechatronikers/in mit 437 neu eingetragenen Ausbildungsverträgen per Ende Dezember am beliebtesten, wenngleich die
Zahl um drei Prozent niedriger als im Vorjahresmonat lag.
- Knapp 20 Prozent mehr junge Leute entschieden sich für den Ausbildungsberuf der Elektronikerin / des Elektronikers
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Auf Platz zwei der beliebtesten Ausbildungsberufe lagen die Elektroniker/innen mit 322 neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen und damit einem Zuwachs von 19 Prozent. Auf Platz 3 folgten die Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) mit 318 neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen und damit einem Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Einen kräftigen Zuwachs von null auf 80 besetzte Ausbildungsstellen verzeichneten die pfälzischen Zimmerer.
Berufsorientierung zeigt Wirkung
Zurückzuführen ist die erfreuliche Ausbildungssituation im pfälzischen Handwerk zum einen auf die vielfältigen und zahlreichen Berufsorientierungsmaßnahmen der HWK. Dazu gehören die regelmäßigen Angebote für Jugendliche und Schüler*innen wie zum Beispiel Ferienwerkstätten und BO-Tage in den Berufsbildungs- und Technologiezentren der Kammer in Ludwigshafen, Kaiserslautern und Landau.
Darüber hinaus haben die Mitarbeiter*innen der Handwerkskammer im Jahr 2025 vor Ort in den Schulen des Kammerbezirks bei 107 Berufsorientierungsveranstaltungen den Schülerinnen und Schülern sowie auch deren Eltern und Lehrkräften die Berufe und die Karriereperspektiven des Handwerks vorgestellt. Dabei wurde 47-mal das Berufsorientierungsmobil „BOMO“ mitgebracht, 38-mal waren die Ausbildungsbotschafter der Kammer im Einsatz. Auch die pfälzischen Handwerksbetriebe beteiligen sich rege an Maßnahmen zur beruflichen Orientierung und bieten aktuell 328 freie Praktikumsplätze an, um jungen Menschen Einblicke in den betrieblichen Alltag zu ermöglichen.
Coaches und Projekte sichern Ausbildungsplätze
Die „Coaches für betriebliche Ausbildung“ der HWK haben im letzten Jahr 176 Jugendliche in eine betriebliche Ausbildung vermittelt,
davon 76 mit Migrations- und Fluchthintergrund. Zusätzlich konnte die Kammer 54 Personen in eine betriebliche Einstiegsqualifizierung vermitteln, die oft die Tür zu einer Ausbildung öffnet. Möglich wurden diese Vermittlungen durch erfolgreiches Matching, das heißt einer passgenauen Besetzung der freien Ausbildungsstellen in den Betrieben.
Ebenso ist die Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen ein wichtiges Anliegen der HWK. Dafür zeichnen neben den Ausbildungsberatern die Mitarbeiter*innen des Projektes „Ausbildungsbetreuung zur Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen“ verantwortlich. Allein durch das Projekt konnten im letzten Jahr 77 Ausbildungsabbrüche verhindert werden.
„Wir freuen wir uns über jeden, der den Weg ins Handwerk einschlägt. Eine Ausbildung im Handwerk ist immer eine gute Entscheidung mit besten Karriereperspektiven, gerade jetzt in der krisengeschüttelten Wirtschaft. Zum Beispiel gibt es
im Handwerk viele technisch anspruchsvolle und kreative Berufe, die sich auch sehr gut für Abiturienten eignen und eine hervorragende Alternative zum Studium sind“, sagt der HWK-Hauptgeschäftsführer Dr. Till Mischler.
Jeder, der Interesse an einer Ausbildung im Handwerk hat, kann sich bei der HWK an das Team Ausbildung per Telefon unter 0631 3677270 oder per E-Mail an ausbildung@hwkpfalz.de wenden. red
Autor:Monika Klein aus Kaiserslautern |
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