Chronische Defensivschwäche und Tumult kosten FCK den Sieg in Bochum
- Marlon Ritters Zaubertor zum 2:1 reichte nicht
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FCK. 48, 64, 55 und jetzt schon wieder 38 Gegentore – das ist die Defensivbilanz des 1. FC Kaiserslautern seit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga im Jahr 2022. Dass es mit derart vielen Gegentreffern schlicht unmöglich ist, die von allen so sehr ersehnte Rückkehr in die Bundesliga ernsthaft ins Visier zu nehmen, liegt auf der Hand.
Am Samstagabend setzte es wieder einmal drei Tore des Gegners, was in einer alles in allem unnötigen 2:3-Niederlage beim VfL Bochum resultierte und die Kluft zu den Spitzenteams der Liga noch größer als ohnehin schon werden ließ. War die Abwehr in der Vorrunde mit 21 Gegentoren in 17 Spielen noch durchaus voll im Soll, brechen seit Beginn der Rückrunde gefühlt die Dämme. 17 Tore in nur sieben Spielen verhageln jede noch so kühne Hoffnung, noch oben mitspielen zu können.
Verschlimmbesserte Defensive
Mit Luca Sirch, Maxwell Gyamfi und Ji-soo Kim hatte sich anfangs ein durchaus vielversprechender Abwehrblock in Form einer stabilen Dreierkette gefunden. Aber nach Kims Verletzung am 11. Spieltag spielte das Trio so nie wieder zusammen. In der Winterpause wurde mit Atanas Chernev und vor allem Jacob Rasmussen eigentlich namhaft nachgelegt, aber inzwischen hat es paradoxerweise eher den Anschein, als sei die Abwehrreihe dadurch regelrecht verschlimmbessert worden.
Klar, die Defensive beginnt bereits vorne, spätestens aber im Mittelfeld. Für die Gegner ist es allerdings seit der Rückrunde viel zu einfach, durch die Mitte oder bevorzugt über die instabile linke Abwehrseite zum Erfolg zu kommen – so auch in Bochum, um auf das Spiel zurückzukommen. In der ersten halben Stunde war der FCK überhaupt nicht auf dem Platz und verteidigte wie schon des Öfteren luftig bis haarsträubend.
Dass Bochum bis dahin nur 1:0 führte, war schmeichelhaft. Die Pfälzer schlugen bis dahin nach vorne wie so häufig unansehnliches, ineffizientes Langholz. Die Roten Teufel kamen mit dem ersten vernünftig aufgezogenen und durchkombinierten Angriff zum überraschenden 1:1-Ausgleich durch Norman Bassette. Plötzlich waren die Gäste im Spiel und besannen sich ihrer zweifellos vorhandenen Offensivqualitäten.
Tumult lässt Momentum wieder kippen
Der 2:1-Führung nach der Pause durch einen Geniestreich von Marlon Ritter folgte beinahe das aus Abseitsposition erzielte 3:1 durch Nataan Skyttä. Das Momentum war klar auf der Seite des FCK. Und dann bringen sie den Gegner durch einen von Bassette und Redondo angezettelten Tumult an der Außenlinie unnötig zurück in Spiel. Die bis dahin merklich ruhiger gewordene Heimkulisse war plötzlich wieder angezündet und die Bochumer aggressiv und giftig.
Die Folge: Die Lautrer kassierten viel zu leicht und naiv einen Doppelschlag zum 2:3 und spielten danach meist wieder lange Bälle, statt sich erneut ihres spielstarken Mittelfelds zu bedienen. Die Partie wurde letztlich leichtfertig aus der Hand gegeben. An mangelnder Moral und Einsatz lag es gewiss nicht, aber man schlägt sich einmal mehr selbst durch altbekannte Fehler.
Verlieren verboten im Südwestderby gegen KSC
Am kommenden Sonntag, 15. März, 13.30 Uhr, haben die Roten Teufel nun das enorm prestigeträchtige Südwestderby gegen den Karlsruher SC vor der Brust. Für den 3:2-Auswärtssieg aus dem Hinspiel würde sich der KSC natürlich nur allzu gerne revanchieren. Der Betze wird rappelvoll, inklusive des Gästeblocks. Verlieren verboten für den FCK – in mehrfacher Hinsicht… rav
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |
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