Waldbrandgefahr im Pfälzerwald: Experte schätzt Risiko für den Kreis Kaiserslautern ein
- Der Pfälzerwald gilt dank seines hohen Mischwaldanteils als weniger anfällig für Großbrände wie in Südeuropa – dennoch bleibt bei Hitze und Trockenheit besondere Vorsicht geboten (Symbolfoto)
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Waldbrandgefahr Kreis Kaiserslautern. Die verheerenden Waldbrände in Südeuropa mit zerstörten Wäldern, Evakuierungen und Todesopfern sorgen derzeit für Schlagzeilen.. Auch im Kreis Kaiserslautern fragen sich angesichts der anhaltenden Hitze und Trockenheit viele Menschen: Könnte ein solcher Großbrand auch den Pfälzerwald treffen? Michael Herfurt, ehrenamtlicher Inspekteur für Brand- und Katastrophenschutz des Kreisgebietes, gibt eine klare Einschätzung – und erklärt, warum die Region auf den Ernstfall vorbereitet ist.
Von Monika Klein
Großflächige Waldbrände wie in Südeuropa hält der Experte für äußerst unwahrscheinlich
„Die Gefahr für einen Waldbrand in dieser Form ist bei uns verschwindend gering“, sagt Michael Herfurt. Die dramatischen Bilder aus Südeuropa seien zwar erschreckend, die Voraussetzungen im Pfälzerwald unterscheiden sich jedoch grundlegend. "Ich weiß, dass sich Waldbrände in dieser Form nur sehr, sehr schwer bei uns entwickeln", betont der Feuerwehrmann mit 38 Jahren Erfahrung.
- Brand- und Katastrophenschutzinspektor Michael Herfurt schätzt die Gefahr eines Großwaldbrands im Pfälzerwald als äußerst gering ein und erklärt, warum der Kreis Kaiserslautern gut auf den Ernstfall vorbereitet ist
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Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern sei Deutschland dichter besiedelt und durchzogen von einem engmaschigen Straßennetz, sodass Waldbrände früh erkannt und von der Bevölkerung schnell gemeldet werden. "Die Gefahr, dass sich ein Waldbrand unbemerkt ausbreitet, geht gegen null – ausgenommen nachts", erläutert Herfurt.
Ein weiterer Vorteil ist die sogenannte Hilfsfrist in Rheinland-Pfalz. Sie sieht vor, dass nach einer Alarmierung innerhalb von zehn Minuten wirksame Hilfe geleistet werden muss.
Warum der Pfälzerwald andere Voraussetzungen bietet
Auch der Wald selbst spielt eine entscheidende Rolle. Anders als in vielen Regionen Südeuropas besteht der Pfälzerwald überwiegend aus Mischwald. „Das ist ein Riesenvorteil“, sagt Herfurt. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass liegendes Totholz, das aus Naturschutzgründen häufig im Wald verbleibt, die Brandlast erhöhen kann.
Der Inspekteur verschweigt nicht, dass es auch im Landkreis Kaiserslautern Gebiete gibt, in denen Einsätze schwieriger wären – etwa an Steilhängen oder in dicht bewachsenen Waldabschnitten.
So wäre der Landkreis Kaiserslautern auf einen Waldbrand vorbereitet
Kommt es zu einem Waldbrand, greifen klar definierte Alarm- und Einsatzpläne. Nach landesweiten Vorgaben sind die Wehren der Orts- und Verbandsgemeinden bis Alarmstufe drei zuständig. In diesen Fällen ist Herfurt als Berater vor Ort.
- Klare Zuständigkeiten, moderne Ausrüstung und eingespielte Abläufe bilden die Grundlage des Brand- und Katastrophenschutzes im Landkreis Kaiserslautern – damit im Ernstfall schnell und koordiniert gehandelt werden kann (Symbolfoto)
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Darüber hinaus werden bei Alarmstufe vier und fünf Einheiten aus den Nachbargebieten angefordert. Die Einsatzleitung würde zunächst an Herfurt übergehen, dann an das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz. "Wir hätten auch Zugriff auf Equipment und Manpower des Landes Rheinland-Pfalz", erläutert er.
Drohnen, Hubschrauber und tausende Liter Wasser
Für einen Waldbrandeinsatz, auch wenn er größer ist, sieht Herfurt den Landkreis gut gerüstet.
Bis zu vier Kilometer lange Schlauchleitungen sichern die Wasserversorgung. Tanklöschfahrzeuge bringen Wasser im Pendelverkehr an die Einsatzstelle. Zusätzlich stehen Wassertransportbehälter mit einem Fassungsvermögen von bis zu 35.000 Litern zur Verfügung. Diese können auch als Wasserentnahmestellen für Löschhubschrauber dienen.
Um Brandherde und Glutnester aufzuspüren, kommen Drohnen und Wärmebildkameras zum Einsatz.
Noch besser soll die Ausstattung künftig werden: Geplant sind zusätzliche Wassertransportbehälter und ein weiteres Mannschaftstransportfahrzeug.
Eine Herausforderung sind munitionsbelastete Flächen
Munitionsbelastete Flächen erschweren die Waldbrandbekämpfung, wie es Ende Juni in Traisen bei Bad Kreuznach der Fall war. Solche Gegebenheiten bedeuten nicht nur Lebensgefahr für die Einsatzkräfte, sondern auch für die Bevölkerung.
Warum die Feuerwehr im Landkreis Kaiserslautern schnell reagieren kann
Der Inspekteur nennt auch das streng föderal und kommunal organisierte Feuerwehrwesen als einen Baustein für die Sicherheit.
- Der Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Kaiserslautern sieht die Region auch bei hoher Waldbrandgefahr gut vorbereitet. Moderne Technik, klare Einsatzkonzepte und geschulte Einsatzkräfte sollen im Ernstfall ein schnelles Eingreifen ermöglichen
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"Jede Gemeinde muss den Brandschutz sicherstellen", betont er. Konkret bedeutet das, dass die örtlichen, beziehungsweise die Wehren der Verbandsgemeinden für ihr jeweiliges Gebiet Risikoklassen festgelegt und ihre Ausrüstung danach angepasst und aufgestockt haben.
- Klare Zuständigkeiten, moderne Ausrüstung und eingespielte Abläufe bilden die Grundlage des Brand- und Katastrophenschutzes im Landkreis Kaiserslautern – damit im Ernstfall schnell und koordiniert gehandelt werden kann (Symbolfoto)
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Sollte es zu einem Waldbrand kommen, sind die Abläufe von der Alarmierung bis zu den Löscharbeiten und dem Zusammenspiel mit Forst, Polizei, Rettungsdienst, THW und weiteren Helfern wie Landwirten, die Wasser anfahren, genau festgelegt. "Es wird alles hinzugezogen, was nötig ist", unterstreicht Herfurt. "Think big" – "Denke groß" – sei dabei der Leitsatz.
Der Mensch bleibt die größte Brandgefahr
Für den Inspekteur steht fest: „Hauptbrandquelle ist und bleibt der Mensch.“ Umso wichtiger sei ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur. Auf die Einsatzkräfte im Landkreis vertraut er jedoch voll und ganz. Das Zusammenspiel von Feuerwehr, Forst, Polizei, Rettungsdienst, THW und weiteren Helfern sei eingespielt. „Angst haben wir nicht. Das Zahnrad funktioniert.“
FAQ: Waldbrandgefahr im Kreis Kaiserslautern
- Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes zeigt täglich, wie hoch das Risiko für Waldbrände in den einzelnen Regionen Deutschlands ist – auch für den Pfälzerwald (Symbolbild)
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Kann es im Pfälzerwald zu Waldbränden wie in Südeuropa kommen?
Nach Einschätzung des Brand- und Katastrophenschutzinspektors des Landkreises Kaiserslautern ist ein Großbrand wie in Südeuropa äußerst unwahrscheinlich. Gründe sind unter anderem der hohe Mischwaldanteil, die dichte Besiedlung und die schnelle Alarmierung der Feuerwehr.
Was sollte ich tun, wenn ich Rauch oder Feuer im Wald entdecke?
Den Gefahrenbereich schnell verlassen, andere Personen warnen und den Notruf 112 wählen. Wichtig ist, den Standort möglichst genau anzugeben.
Was ist die häufigste Ursache für Waldbrände?
Laut Michael Herfurt bleibt der Mensch die größte Brandquelle. Umsichtiges Verhalten im Wald ist deshalb der wichtigste Beitrag zum Brandschutz.
Weiterführende Links
Infos zum Waldbrand bei Traisen:
https://www.wochenblatt-reporter.de/rheinhessen/c-blaulicht/waldbrand-bei-traisen-eskaliert-explosionen-von-weltkriegsmunition-erzwingen-evakuierung_a811805
Der Rahmen-, Alarm- und Einsatzplan des rheinland-pfälzischen Innenministeriums:
https://bks-portal.rlp.de/system/files/gruppen/1411/dateien/raep-waldbrand-05-05-2020.pdf
Weitere Infos zur Kooperation zwischen Forst und Feuerwehr:
https://www.wochenblatt-reporter.de/kaiserslautern/c-lokales/waldbrandgefahr-mensch-was-forst-und-feuerwehr-dagegen-setzen_a660357
Link zum aktuellen Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes:
https://www.dwd.de/DE/leistungen/waldbrandgef/waldbrandgef.html
Autor:Monika Klein aus Kaiserslautern |
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