Nach tödlicher Messerattacke am Fackelbrunnen: 19-Jähriger wegen Totschlags angeklagt
- An den Bushaltestellen am Fackelbrunnen ereignete sich die tödliche Tat Ende Februar dieses Jahres
- Foto: Monika Klein
- hochgeladen von Ralf Vester
Kaiserslautern. Mehr als drei Monate nach der tödlichen Messerattacke am Fackelbrunnen hat die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern Anklage gegen einen 19-jährigen Mann erhoben. Ihm werden Totschlag, versuchter Totschlag sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung vorgeworfen.
Bei dem Vorfall am 28. Februar waren zwei Männer im Alter von 20 und 22 Jahren schwer mit einem Messer verletzt worden. Der 22-Jährige erlag zwei Tage später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Der 20-Jährige überlebte trotz lebensgefährlicher Verletzungen nach einer intensivmedizinischen Behandlung.
Streit um mutmaßliches Drogengeschäft
Nach Angaben der Ermittler soll es kurz vor der Tat zu einem Streit zwischen dem damals 19-Jährigen und dem 20-Jährigen gekommen sein. Hintergrund sei ein mutmaßliches Drogengeschäft gewesen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte dem späteren Opfer das Medikament Lyrica verkaufen wollte.
Weil beide keine gemeinsame Sprache sprachen, übersetzte der 22-Jährige das Gespräch. Die Ermittlungen ergaben, dass sich die Beteiligten lediglich flüchtig aus der Drogenszene kannten. Eine engere persönliche Beziehung habe nicht bestanden.
Verfolgung mit Messer endete tödlich
Im Verlauf des Streits soll der Beschuldigte ein Jagdmesser gezogen haben. Die beiden Männer flüchteten daraufhin. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand verfolgte der 19-Jährige die beiden. Als sich der 20-Jährige umdrehte und Pfefferspray gegen seinen Verfolger einsetzte, soll dieser dennoch weiter auf ihn zugegangen sein und ihm mit dem Messer in die Brust gestochen haben.
Anschließend soll der Beschuldigte den 22-Jährigen weiter verfolgt und ihm zweimal in den Rücken gestochen haben. Der junge Mann starb wenig später infolge seiner schweren Verletzungen. Die Polizei nahm den Tatverdächtigen noch in der Nähe des Tatorts fest und stellte das mutmaßliche Tatmesser sicher. Laut Staatsanwaltschaft widersetzte sich der 19-Jährige dabei den Beamten und beleidigte diese.
Der Beschuldigte macht bislang von seinem Schweigerecht Gebrauch. Die Jugendkammer des Landgerichts Kaiserslautern muss nun entscheiden, ob das Hauptverfahren eröffnet wird. Der 19-Jährige sitzt weiterhin in Untersuchungshaft.
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |
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