Videoüberwachungssysteme sind angebracht
Warum die Festung in Germersheim jetzt überwacht wird

Germersheim. Vor kurzem berichtete die Stadtverwaltung Germersheim über den Steineklau in Fronte Lamotte und kündigte eine Videoüberwachtung im Stadtpark an (siehe hier). Die Maßnahme ist inzwischen umgesetzt.  Schilder machen die Park- und Festungsbesucher darauf aufmerksam, dass die Stadtmauer videoüberwacht wird. Durch Bewegungsmelder kann der Sicherheitsdienst live Aufnahmen machen.  Die Stadt beklagt den Schwund der Bausubstanz. Die Stadt vermutet, sogenannte Mauerspechte nehmen die Steine als Souvenir mit. Besonders beliebt ist dabei Fronte Lamotte, dem Stadtpark. Hier ist die Schleifung der Festung nach dem Ende des Ersten Weltkrieges besonders gut sichtbar. 

Die Festungsanlage der Stadt Germersheim wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als sternförmige militärische Anlage mit Grabenwehren, Waffenreduits, Infanteriegalerien; Kasematten und Mienengängen erbaut und musste nach dem ersten Weltkrieg laut Bestimmungen des Versailler Vertrages in Teilbereichen geschliffen werden. Erhalten gebliebene Bereiche wurde im 20. Jahrhundert weitere 50 Jahre bis zur Umwandlung in Konversionsflächen militärisch genutzt. Der Stadtpark „Lamotte“ entstand in den Jahren 1999 bis 2001 auf dem ehemaligen Gelände der Theobaldkaserne mit einer Fläche von ca. 3,5 ha. Dieser Park dient heute der Naherholung. 

Mauerspechte bringt man eigentlich vor allem mit der Berliner Mauer in Verbindung. Gemeint sind damit Menschen, die die Mauer abtragen um die Steine entweder als Erinnerungsstück mit nach Hause zu nehmen (Souvenirhändler) oder damit zu handeln. Weiter Gründe können politische Motive oder die Kunst sein. Auch wenn der Wert solcher  Steine nicht hoch ist, ist der Handel gerade im Bezug auf die Berliner Mauer bis heute sehr beliebt .jlz

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Wochenblatt Archiv aus Germersheim

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