Verschärfte Corona-Maßnahmen im Kreis Germersheim um eine Woche verlängert
Landrat bittet um Unterstützung im Kampf gegen Corona

Landrat Dr. Fritz Brechtel
  • Landrat Dr. Fritz Brechtel
  • Foto: Fotomontage/Pixabay/Archiv KV Ger
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Landkreis Germersheim. Seit einigen Tagen und Wochen nun schon befindet sich der Landkreis Germersheim in der Landesspitze, was die 7-Tage-Inzidenzen der Corona-Infektionen betrifft. Während der Inzidenzwert (Fälle pro 7 Tage und 100.000 Einwohner) im Land Rheinland-Pfalz am Donnerstag, 4. März, bei 47 liegt, steht er im Landkreis bei 137,2.
Eine in der vergangenen Woche - vorerst bis zum 7. März - verhängte Ausgangssperre und die andauernde Schulschließung scheinen bisher wenig zu bringen, warum das so ist, kann man bisher nicht genau eingrenzen:  Zu diffus das Infektionsgeschehen, zu groß der Anteil an Ansteckungen mit der britischen Corona-Variante (etwa 20 bis 30 Prozent der aktuell Infizierten), ließ Landrat Dr. Fritz Brechtel  wissen. Immer mehr Menschen stecken sich mit der britischen Corona-Variante an. Die verbreitet sich schneller und ist länger ansteckend - will heißen: Schon kurze Kontakte können zu einer Ansteckung führen, aber auch aus organisatorischer Sicht - etwa bei der Quarantäne und der Nachverfolgung möglicher Kontakte - bereitet sie mehr Arbeit.  Personal aus anderen Landesteilen soll im Landkreis nun bei der Kontaktverfolgung, aber auch bei den Kontrollen der Corona-Regeln helfen.
Landrat Dr. Fritz Brechtel erwartet vom Land Rheinland-Pfalz eine Strategie, die landesweit vorhandenen Ressourcen auf den Hotspot, in diesem Fall Germersheim, zu konzentrieren. „Es ist wie bei der Feuerwehr. Im Falle eines Brandes muss man seine Mittel konzentriert dort einsetzen, wo es brennt. Denn dort helfen Sie am meisten“, so Brechtel. „Für den Kreis Germersheim benötigen wir vor allem zusätzliche Impfstoffe, Schnelltests, Polizei- und Ordnungskräfte, rasche Verfahrensabsprachen, Genehmigungen und Entscheidungen des Landes.“

Britische Corona-Variante ist nur ein Teil des Problems

Etwa 50 Prozent der Fälle betreffen Erwachsene zwischen 20 und 50 Jahren, die im Berufsleben stehen. Wechselseitig werden die Infektionen aus der Familie an den Arbeitsplatz getragen und umgekehrt. Daher ist es von Vorteil, dass die Schulen und Kitas derzeit nur in Notbetreuung sind - und auch bleiben. Neben dem verstärkten Auftreten der britischen Mutation gehören auch immer wieder Corona-Ausbrüche in großen Unternehmen - wie unlängst in einem Fleischwerk bei Karlsruhe -  zu den Punkten, die die Situation im Landkreis so schwierig machen und zur Bildung kleinerer Hotspots beitragen.  So sind beispielsweise von 85 Beschäftigten des Betriebes in Nordbaden, die im Kreis Germersheim leben, 17 infiziert, weitere 43 als Kontaktpersonen in Quarantäne.
Betroffene Mitarbeiter einer Karlsruher Raffinerie spielten dank eines guten Hygienekonzeptes inzwischen keine Rolle mehr im aktuellen Pandemiegeschehen, betont Brechtel. Auch von den etwa 1.850 Pendlern aus dem Elsass, die im Kreis Germersheim arbeiten, seien aktuell keine Infektionen bekannt.
Letztlich ist es aber auch die sich immer weiter verbreitende "Corona-Müdigkeit", die zu den hohen Inzidenzwerten beiträgt. Menschen sehnen sich nach Normalität und werden leichtsinnig im Umgang mit der Krankheit. Allerdings ist dieses Phänomen nicht nur im Landkreis Germersheim zu beobachten, nichtsdestotrotz ist auch das ein Faktor, der zu hohen Inzidenzwerten beiträgt. So war in letzter Zeit unter anderem aus Schwegenheim von größeren Verstößen gegen die Corona-Verordnung zu hören. Hier musste etwa ein Bolzplatz gesperrt werden, da sich dort mehrfach zu größeren Menschenansammlungen kam.

Schulen bleiben dicht

Als Reaktion auf die nach wie vor hohen Fallzahlen wird die Allgemeinverfügung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie im Landkreis Germersheim um mindestens eine Woche verlängert. Auch die Ausgangssperre und die erweiterte Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen bleiben vorerst bestehen. Lockerungen seien derzeit im Landkreis auf keinen Fall vertretbar, so Brechtel am Donnerstag. Auch aus der Landesregierung sind die Signale diesbezüglich eindeutig: Ministerpräsidentin Malu Dreyer erklärte am Mittwoch: „Keinerlei Lockerungen für Landkreise ab Inzidenz von 100.“
Zusammen mit der Impf-Priorisierung für Lehrer und Kita-Personal und Schnelltests an den Schulen will man das Pandemie-Geschehen wieder in den Griff bekommen. "Damit Schulen in den Wechselunterricht und Kitas in den Regelbetrieb übergehen können ist es nötig, allen Schülern und Lehrkräften auf freiwilliger Basis einfach zu handhabende Selbsttests zur Verfügung zu stellen – das sollte bei den Beteiligten zur Routine werden. Außerdem ist das Personal von Schulen und Kitas schnellstmöglich zu impfen, um die Sicherheit weiter zu erhöhen", so Brechtel. Als Sofortmaßnahme will der Kreis die Selbsttests für  Schüler in der Pilotphase selbst etablieren und gegebenenfalls vorfinanzieren, damit die Schulen auch im Landkreis Germersheim möglichst bald wieder geöffnet werden können.

Autor:

Heike Schwitalla aus Germersheim

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