Zu viel Rotwein in Württemberg: EU zahlt Winzern Geld für überschüssigen Wein

Weil es zu viel Rotwein aus Württemberg gibt, können Winzer Geld bekommen, wenn sie den Wein zu Industriealkohol destillieren. (Archivbild) | Foto: picture alliance / Sebastian Gollnow/dpa
  • Weil es zu viel Rotwein aus Württemberg gibt, können Winzer Geld bekommen, wenn sie den Wein zu Industriealkohol destillieren. (Archivbild)
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Württemberg. Überschüssiger Wein aus Württemberg kann künftig mit EU-Hilfe zu Industriealkohol verarbeitet werden. Das soll Winzern in der Region helfen, wenn sich Rot- und Roséweine wegen der schwachen Nachfrage schlechter verkaufen.

Die EU-Kommission hat nach einem deutschen Antrag einer solchen Marktintervention zugestimmt. Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Weinbauministeriums gilt die Regelung für die Anbaugebiete Württemberg und Rheinhessen.

Förderung für Rotwein und Rosé

Wer Rotwein oder Roséwein aus den beiden Gebieten destillieren lässt, erhält 43 Cent Förderung pro Liter. Dazu kommen 16 Cent pro Liter für Logistik- und Brennkosten. Insgesamt stellt die EU dafür 14,16 Millionen Euro bereit. Das reicht laut Ministerium für eine Höchstmenge von rund 24 Millionen Litern. Zugelassen sind Weine des Jahrgangs 2025 und älter.

Alkohol nur für industrielle Zwecke

Der bei der sogenannten Krisendestillation gewonnene Alkohol darf nur industriell genutzt werden. Genannt werden etwa Desinfektionsmittel und Energie. Für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie ist der Alkohol nicht zugelassen. Damit sollen Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden.

Württemberg ist nach Angaben des Deutschen Weininstituts das viertgrößte Weinanbaugebiet in Deutschland. Rund 65 Prozent der angebauten Sorten sind rote Rebsorten.

Warum die Maßnahme jetzt kommt

Der Weinmarkt steht seit längerem unter Druck. Nach Angaben des Ministeriums geht der Weinkonsum in Europa zurück. Als Gründe gelten Inflation, eine alternde Gesellschaft, veränderte Konsumgewohnheiten und ein stärkerer Preisfokus vieler Verbraucher. Dadurch übersteigt das Angebot an Rebflächen derzeit deutlich die Nachfrage. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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