XXL-Windpark vor Helgoland: Was He Dreiht jetzt bringt
- 64 Anlagen gehören zu dem Offshore-Projekt.
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Helgoland. Für Stromkunden und die Energiewende in Deutschland bedeutet der neue Offshore-Windpark vor Helgoland vor allem mehr erneuerbare Leistung auf See. Rund 110 Kilometer westlich der Nordseeinsel hat EnBW mit „He Dreiht“ nach eigenen Angaben das größte Offshore-Windprojekt Deutschlands fertig installiert.
64 Windräder mit einer Nabenhöhe von 142 Metern stehen nun in der Nordsee. Der Energiekonzern aus Karlsruhe investierte rund 2,4 Milliarden Euro in das Projekt. Die meisten Anlagen sind bereits ans Netz angeschlossen. Vollständig in Betrieb gehen soll der Windpark voraussichtlich bis zum Spätsommer.
Nach Angaben von EnBW kommt „He Dreiht“ auf eine installierte Gesamtleistung von 960 Megawatt. Rein rechnerisch könnten damit 1,1 Millionen Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgt werden. Das Projekt gehört damit auch europaweit zu den größten Windparks der Energiewende.
Warum der Windpark wichtig ist
Offshore-Windparks erzeugen große Strommengen über viele Stunden im Jahr und gelten deshalb als wichtiger Baustein für Versorgungssicherheit und weniger CO2 im Stromsystem. Für Verbraucher ist das vor allem mit Blick auf den langfristigen Umbau der Energieversorgung relevant.
Ein einzelner Rotor hat laut EnBW einen Durchmesser von 236 Metern. Bei einer Umdrehung überstreicht er eine Fläche von 43.742 Quadratmetern. Das entspricht etwa sechs Fußballfeldern. Angeschlossen ist der Windpark über eine Konverterstation auf See sowie zwei Hochspannungskabel. Diese verlaufen mehr als 120 Kilometer unter Wasser und weitere 110 Kilometer an Land.
Besonderheit: Betrieb ohne Förderung
„He Dreiht“ ist einer der ersten förderfreien Offshore-Windparks in Deutschland. Der Windpark erhält also keine Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Stattdessen setzt EnBW auf langfristige Abnahmeverträge mit Großkunden. Dazu zählen nach Unternehmensangaben Google, Bosch, Salzgitter, Deutsche Bahn und Fraport.
Für den Markt ist das ein wichtiges Signal. Solche Projekte können zeigen, wie sich erneuerbare Energien auch ohne klassische Förderung finanzieren lassen. Zugleich steigt damit aber der Druck, Bau und Betrieb wirtschaftlich abzusichern.
Probleme und Kritik am Ausbau
Zuletzt gab es bei dem Projekt auch einen Zwischenfall. Ende Juli brach ein 20 Meter langes Teil eines Rotorblatts ab und trieb im Meer. Der Hersteller Vestas untersucht den Schaden nach Angaben von EnBW noch.
Zugleich gibt es Kritik an den Ausbauzielen auf See. EnBW-Chef Georg Stamatelopoulos hatte die Bundesregierung vor einigen Wochen aufgefordert, die Ziele für Nord- und Ostsee zu senken. Er verwies auf deutlich gestiegene Kosten für Windturbinen, Logistik und Kabel. Im Vergleich zu vor fünf Jahren lägen die Kosten um 30 bis 40 Prozent höher.
Der Konzernchef schlug vor, zunächst 55 Gigawatt zu bauen und danach weiterzuentscheiden. Gesetzliches Ziel der Bundesregierung ist es, die Offshore-Kapazität bis 2030 auf mindestens 30 Gigawatt auszubauen. Bis 2045 sollen 70 Gigawatt erreicht werden.
Nach Angaben der Stiftung Offshore-Windenergie waren Ende Juni in Deutschland 1.764 Offshore-Windenergieanlagen mit zusammen rund 10,8 Gigawatt Leistung in Betrieb. Die aktuellen Planungen bis 2035 umfassen demnach insgesamt etwa 41 Gigawatt.
EnBW hatte sich im Januar zudem aus zwei Offshore-Projekten in der Irischen See zurückgezogen. Als Grund nannte der Konzern mangelnde Wirtschaftlichkeit, nachdem die Vorhaben in Großbritannien keine staatliche Förderung mehr erhalten hatten. Die Folge war eine außerplanmäßige Abschreibung von 1,2 Milliarden Euro. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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