Wohnungsnot & Milliarden-Minus: Das Ausmaß der Bau-Krise im Südwesten
- Im Südwesten fehlen Zehntausende Wohnungen. (Symbolbild)
- Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Baden-Württemberg. Wohnungssuchende im Südwesten müssen sich weiter auf einen engen Markt einstellen: In Baden-Württemberg fehlen nach Berechnungen des Pestel-Instituts rund 201.000 Wohnungen. Ende vergangenen Jahres hat sich der Mangel im Jahresvergleich damit etwas vergrößert.
Was die Studie für den Südwesten zeigt
Die Zahlen stammen aus dem „Bau-Monitor 2026“, den das Pestel-Institut im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Baustoff-Fachhandel erstellt hat. Nur in Nordrhein-Westfalen und Bayern war das Defizit zuletzt größer.
- Baden-Württemberg: rund 201.000 fehlende Wohnungen
- Bayern: rund 220.000 fehlende Wohnungen
- Nordrhein-Westfalen: rund 364.000 fehlende Wohnungen
- Deutschlandweit: gut 1,35 Millionen fehlende Wohnungen
Baueinbruch belastet die Wirtschaft
Der Rückgang beim Wohnungsbau belastet laut Studie auch die deutsche Wirtschaft. Weil vergangenes Jahr bundesweit rund 84.600 Wohnungen weniger gebaut wurden als zwei Jahre zuvor, beziffert das Institut den Umsatzverlust der Baubranche auf etwa 26,9 Milliarden Euro netto. Das Bruttoinlandsprodukt fiel dem Modell zufolge um 0,6 Prozentpunkte niedriger aus. Dem Staat entgingen unter anderem 5,1 Milliarden Euro Umsatzsteuer und 1,9 Milliarden Euro Grunderwerbsteuer.
Milliardenminus in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg wurden den Berechnungen zufolge fast 12.300 Wohnungen weniger fertiggestellt als zwei Jahre zuvor. Das Umsatzminus der Baubranche betrug demnach rund 4,5 Milliarden Euro. Zudem entgingen dem Staat etwa 851 Millionen Euro Umsatzsteuer und 312 Millionen Euro Grunderwerbsteuer.
Studienautor Matthias Günther sagte: „Wirtschaftswachstum funktioniert nur mit mehr Wohnungsbau“. Die genannten Wohlstandsverluste beruhen auf einem Rechenmodell. Das Pestel-Institut berechnet dabei, was gewesen wäre, wenn bundesweit erneut rund 300.000 Wohnungen gebaut worden wären. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden vergangenes Jahr 206.600 Wohnungen fertiggestellt.
Genehmigungen ziehen an
Ein Hinweis auf eine mögliche Trendwende sind die Baugenehmigungen. Im ersten Halbjahr wurden im Südwesten nach Angaben des Wohnungsbauministeriums 14.839 Wohnungen genehmigt. Das waren 34 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bundesweit stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen in neuen Wohngebäuden im ersten Halbjahr um 15,8 Prozent.
Eine Genehmigung bedeutet allerdings noch keinen Baubeginn. Für Mieter, Käufer und Kommunen ist der Wert dennoch wichtig, weil er zeigt, ob in den kommenden Monaten wieder mehr Projekte anlaufen könnten. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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