Werksschließung in Nördlingen: Varta streicht 350 Jobs

Varta macht Standort in Nördlingen dicht. (Archivbild) | Foto: Marijan Murat/dpa
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Nördlingen. Für rund 350 Beschäftigte endet im Herbst die Arbeit im Varta Werk im bayerischen Nördlingen. Der Batteriehersteller schließt den Standort, nachdem ein Großkunde seine Bestellungen für Knopfbatterien beendet hat.

Nach Angaben des Unternehmens sorgte dieser Kunde bisher für eine nahezu vollständige Auslastung der Fabrik. Ohne die Aufträge fehlt dem Werk die wirtschaftliche Grundlage. Die Entscheidung sei den Beschäftigten und dem Betriebsrat am Dienstag, 19. Mai, am Morgen mitgeteilt worden.

Großkunde zieht Aufträge ab

Nach Medienberichten soll der bisherige Großkunde seine Batterien der neuen Generation künftig in China produzieren lassen. Mehrere Zeitungen berichten, dass es sich um den Technologiekonzern Apple handeln könnte. Das Unternehmen bestätigte dies auf Nachfrage nicht.

Laut Berichten aus dem Umfeld von Varta spielte vor allem der Preis eine Rolle. Bei der Qualität habe der schwäbische Hersteller auf vergleichbarem Niveau gelegen.

Gespräche über Lösungen für Beschäftigte

Das Unternehmen kündigte an, nach sozialverträglichen Lösungen zu suchen. Gespräche mit dem Betriebsrat laufen. Auch eine Übernahme einzelner Mitarbeiter an andere Standorte wird geprüft. Konkrete Vereinbarungen gibt es bisher nicht.

Unternehmenschef Michael Ostermann erklärte, dass zwar neue Kunden gewonnen wurden. Diese könnten die Produktion in Nördlingen jedoch nicht ausreichend auslasten.

  • Werksschließung im Herbst geplant
  • Rund 350 Beschäftigte betroffen
  • Grund ist der Wegfall eines Großkunden

Varta steckt seit Jahren in der Krise

Der Batteriehersteller mit Sitz im schwäbischen Ellwangen kämpft seit längerem mit wirtschaftlichen Problemen. Um eine Insolvenz zu vermeiden, startete das Unternehmen im Juli 2024 ein Sanierungsverfahren nach dem Restrukturierungsgesetz. Dabei wurden auch die bisherigen Aktionäre aus dem Unternehmen gedrängt.

Die Neuaufstellung wurde Anfang April abgeschlossen. Trotz Fortschritten blieb die Bilanz angespannt. Im Jahr 2024 schrieb Varta erneut rote Zahlen. Der Verlust lag bei 64,5 Millionen Euro und damit deutlich unter dem Minus des Vorjahres. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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