Wasserstoff-Lkw in Hannover: Konzerne wollen Tempo machen
- Wasserstofftankstelle für Lastwagen gibt es bislang nicht viele in Deutschland. Das soll sich ändern. (Symbolbild)
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Hannover. Für Speditionen und andere Flottenbetreiber könnten Wasserstoff-Lkw bis 2030 eine wichtigere Option im Fernverkehr werden. Auf der Branchenmesse IAA Transportation in Hannover wollen mehrere große Unternehmen den Aufbau einer europäischen Wasserstoff-Infrastruktur für Lastwagen beschleunigen.
Daimler Truck, Volvo, Toyota, Bosch, Air Liquide, TotalEnergies, Teal Mobility und MB Energy teilten mit, Deutschland erfülle als erstes Land in Europa alle Voraussetzungen für einen skalierbaren Einsatz von Wasserstoff-Lkw bis 2030. Das deutsche Modell könne nach ihrer Einschätzung als Vorbild für andere europäische Länder dienen.
Was die Unternehmen fordern
Nach Darstellung der Firmen braucht der Hochlauf nicht nur Technik und Fahrzeuge, sondern auch politische Unterstützung. Die Skalierung in Europa erfordere eine abgestimmte Hilfe durch nationale Regierungen und die Europäische Kommission. Ziel seien eine langfristige Energieversorgung und Wettbewerbsfähigkeit.
Für Fuhrparks ist vor allem entscheidend, ob Wasserstoff-Lkw bei den Gesamtkosten mit Diesel-Lkw konkurrieren können. Dafür nennen die Unternehmen drei zentrale Hebel:
- Niedrigere Fahrzeugkosten durch Fördermaßnahmen und Serienproduktion
- Wettbewerbsfähige Wasserstoffpreise durch bessere Lieferketten und Treibhausgasquoten
- Anreize für CO2-freie Fahrzeuge, etwa durch Mautbefreiungen
Daimler Truck setzt auf Batterie und Wasserstoff
Daimler-Truck-Chefin Karin Rådström sagte, Europa brauche aus Sicht des Konzerns sowohl Elektro- als auch Wasserstoff-Lkw, um den Verkehr zu dekarbonisieren. Wasserstoff-Lastwagen könnten bereits heute mit einer Tankfüllung mehr als 1.000 Kilometer weit fahren.
Als Vorteile nannte Rådström auch die mögliche Beladung, weil Wasserstoff-Lkw weniger Batteriegewicht mitführen müssten. Zudem werde das Stromnetz an Grenzen stoßen. Entscheidend sei jedoch, dass die Fahrzeuge zu wettbewerbsfähigen Preisen betankt werden könnten. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |