Überschuss bei RAG-Stiftung in Essen: 110 Mio Euro Rücklage
- Die RAG-Stiftung muss dauerhaft für die Folgekosten des deutschen Steinkohlenbergbaus aufkommen. Dazu gehört auch der Betrieb von Wasserpumpen in stillgelegten Bergwerken. (Archivbild)
- Foto: Federico Gambarini/dpa
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Essen. Die Finanzierung der Folgekosten des deutschen Steinkohlenbergbaus bleibt gesichert. Die RAG-Stiftung hat im vergangenen Jahr einen Überschuss von knapp 420 Millionen Euro erzielt und weitere 110 Millionen Euro in ihre Rückstellungen gelegt.
Nach Angaben der Stiftung flossen mehr als 309 Millionen Euro direkt in die Finanzierung der sogenannten Ewigkeitskosten. Weitere 110 Millionen Euro wurden zur Absicherung künftiger Verpflichtungen zurückgelegt. Damit stiegen die Rückstellungen zum Jahresende auf rund 9,87 Milliarden Euro.
Im Jahr zuvor hatte der bereinigte Jahreserfolg noch bei 452 Millionen Euro gelegen. Damals spielte auch der Verkauf eines größeren Aktienpakets eine Rolle.
Was mit den Ewigkeitskosten bezahlt wird
Ewigkeitskosten sind dauerhafte Folgen des Steinkohlenbergbaus. Auch nach dem Ende des Bergbaus im Jahr 2018 müssen bestimmte technische Maßnahmen weiterlaufen, um Umwelt und Infrastruktur zu schützen.
Dazu zählen unter anderem
- das dauerhafte Abpumpen von Grubenwasser aus stillgelegten Bergwerken
- der Schutz des Grundwassers vor Verunreinigung
- das Abpumpen von Oberflächenwasser in abgesenkten Bergbaugebieten
Diese Aufgaben fallen vor allem im Ruhrgebiet an und müssen dauerhaft finanziert werden.
Stiftung hält Beteiligungen an mehr als 20.000 Firmen
Die Mittel für diese Kosten stammen aus Kapitalanlagen. Die RAG-Stiftung ist nach eigenen Angaben an mehr als 20.000 Unternehmen beteiligt. Die größte Einzelbeteiligung ist der Spezialchemiekonzern Evonik. Der Anteil liegt derzeit bei rund 44 Prozent und soll langfristig auf 25,1 Prozent sinken.
Mehrheitseigentümerin ist die Stiftung außerdem beim Wohnungsunternehmen Vivawest. Der Konzern besitzt in Nordrhein Westfalen rund 120.000 Wohnungen. Den Buchwert ihres gesamten Vermögens bezifferte die Stiftung zum Jahresende 2025 auf etwa 15,9 Milliarden Euro. Das sind rund 1,1 Milliarden Euro weniger als ein Jahr zuvor.
Stiftungschef Bernd Tönjes zeigte sich mit den Zahlen zufrieden. Die Stiftung habe alle Verpflichtungen erfüllt und zum siebten Mal die Ewigkeitslasten aus dem Nachbergbau bezahlt. Gleichzeitig seien die Rückstellungen weiter erhöht worden.
Kritik der Rechnungshöfe wird geprüft
Bei der Präsentation der Zahlen ging Tönjes auch auf eine Prüfung durch den Bundesrechnungshof sowie die Landesrechnungshöfe von Nordrhein Westfalen und Saarland ein. Laut einem Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung hatten die Prüfer unter anderem zu hohe Einzelrisiken bei den Kapitalanlagen kritisiert.
Tönjes sagte, man nehme die Hinweise ernst. Einige Vorwürfe könne die Stiftung jedoch nicht nachvollziehen. Die Stiftung lebe auskömmlich von laufenden Beteiligungs und Kapitalerträgen. Empfehlungen der Rechnungshöfe wolle man sachlich prüfen und mögliche Anregungen aufgreifen. Das Kuratorium soll darüber in einer kommenden Sitzung informiert werden.
Zum Kuratorium der Stiftung gehören unter anderem Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche von der CDU und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil von der SPD. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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