Übernahme von Hugo Boss in Metzingen verfehlt: Frasers bleibt unter 50 Prozent
- Blick auf den Firmensitz der Hugo Boss AG in Metzingen.
- Foto: Marijan Murat/dpa
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Metzingen. Für Beschäftigte, Anleger und den Standort bleibt Hugo Boss vorerst eigenständig: Der britische Großaktionär Frasers Group hat eine vollständige Übernahme des Modekonzerns knapp verfehlt. Das Unternehmen baute seinen Anteil nach eigenen Angaben auf 47,89 Prozent aus.
Frasers wollte seit Mitte Juni die Kontrolle bei dem Bekleidungshersteller aus Baden-Württemberg übernehmen. Im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Angebots bewerteten die Briten Hugo Boss mit rund 2,7 Milliarden Euro. Geboten wurden 38 Euro je Aktie.
Hugo Boss hatte den Preis als zu niedrig bezeichnet und den Aktionären empfohlen, das Angebot abzulehnen. Die Offerte lief bis 13. August.
Unternehmen hält an seinem Kurs fest
Vorstandschef Daniel Grieder erklärte, Hugo Boss schätze das Vertrauen und die Unterstützung der Aktionäre während der Angebotsphase. Zugleich begrüße das Unternehmen die Unterstützung der Frasers Group für die langfristige Strategie. Der Modekonzern wolle den eingeschlagenen Kurs fortsetzen.
Auch Aufsichtsratschef Stephan Sturm sprach von einer konstruktiven Beziehung zum größten Einzelaktionär. Die EU-Kommission hatte der Übernahme zuvor zugestimmt.
Frasers ist auch bei Puma engagiert
Hinter Frasers steht der Unternehmer Mike Ashley. Zur Gruppe gehört unter anderem der Sportfachhändler Sports Direct. Zudem hält das Handelskonglomerat Beteiligungen etwa am Onlineshop Asos.
Auch in Deutschland ist Frasers bereits aktiv. Im Frühjahr wurde der Einstieg bei Puma bekannt. Zuvor hatten die Briten auch Interesse an Sportscheck gezeigt.
Schwache Nachfrage belastet Hugo Boss
Für Hugo Boss kommt die Entwicklung in einer schwierigen Phase. Im zweiten Quartal litt das Unternehmen nach eigenen Angaben unter einer schwachen Konsumstimmung in Europa und unter dem laufenden Konzernumbau.
Der Umsatz sank im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 905 Millionen Euro. In wichtigen Märkten wie Deutschland, Großbritannien und Frankreich ging die Nachfrage zurück. Hinzu kamen Schließungen im eigenen Einzelhandel und eine geringere Fläche im Großhandel.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel um 28 Prozent auf 59 Millionen Euro. Das Konzernergebnis sank um 32 Prozent auf 34 Millionen Euro.
Mehr als 4.400 Beschäftigte in Deutschland
Vorstandschef Grieder führt Hugo Boss seit rund fünf Jahren und hat den Konzern in dieser Zeit stärker als Lifestyle-Marke ausgerichtet. Schwerpunkte waren Digitalisierung, Marketing und eine jüngere Zielgruppe.
Weltweit beschäftigt Hugo Boss rund 20.000 Menschen. Mehr als 4.400 davon arbeiten in Deutschland. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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