Trotz Milliardenverlusten: Autozulieferer ZF setzt auf Eigenfertigung bei E-Antrieben

ZF will weiter E-Motoren und Wechselrichter fertigen. (Archivbild) | Foto: Felix Kästle/dpa
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Friedrichshafen. Für die Zukunft der Elektromobilität beim Autozulieferer ZF bleibt ein zentraler Schritt im eigenen Haus. Der Konzern aus Friedrichshafen will wichtige Komponenten für Elektroautos weiterhin selbst herstellen.

Der Vorstand entschied, dass E‑Motoren und Wechselrichter auch künftig intern produziert werden. Damit folgte das Unternehmen einer Sonderprüfung, die untersuchen sollte, ob ein externer Zukauf wirtschaftlicher wäre. ZF teilte mit, dass die Eigenfertigung langfristig wettbewerbsfähig bleibt.

Ausschlaggebend für die Entscheidung waren mehrere Punkte:

  • Sicherung wichtigen technologischen Know-hows
  • Geringere Abhängigkeit von externen Lieferanten
  • Enge Verzahnung von Entwicklung und Produktion
  • Bessere Wirtschaftlichkeit über den gesamten Produktlebenszyklus

Sparte für Pkw-Antriebe unter Druck

Die Pkw-Antriebssparte des Konzerns steckt derzeit in einer umfassenden Restrukturierung. Die intern „E-Division“ genannte Einheit war zuletzt in die roten Zahlen gerutscht. Nach Angaben des Unternehmens sind deutliche Einschnitte nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit wieder zu stärken.

In den vergangenen Monaten habe es bereits spürbare Verbesserungen bei den Kosten gegeben. Trotzdem seien weitere strukturelle Maßnahmen erforderlich. Dazu gehört auch eine Anpassung der Personalkapazitäten. Diese Schritte sollen nach Möglichkeit sozialverträglich erfolgen. Angaben zur genauen Größenordnung machte ZF nicht.

Milliardenverlust belastet den Konzern

Der Zulieferer rutschte im vergangenen Jahr noch tiefer in die Verlustzone. Der Fehlbetrag verdoppelte sich auf rund 2,1 Milliarden Euro. Bereits im Jahr davor hatte ZF mehr als eine Milliarde Euro Verlust geschrieben. Ein Sondereffekt im Zuge des Konzernumbaus belastete zusätzlich.

Der hoch verschuldete Konzern plant in den kommenden Jahren den Abbau von bis zu 14.000 Stellen in Deutschland. Ende des Jahres beschäftigte ZF weltweit 153.153 Menschen. Mehr als 49.000 davon arbeiten in Deutschland. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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