Tarifstreit an Unikliniken in Baden-Württemberg spitzt sich zu

Beschäftigte der Unikliniken Freiburg, Tübingen und Heidelberg waren im Warnstreik. (Symbolbild) | Foto: Tom Weller/dpa
  • Beschäftigte der Unikliniken Freiburg, Tübingen und Heidelberg waren im Warnstreik. (Symbolbild)
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Stuttgart. Für Tausende Klinikbeschäftigte im Südwesten verschärft sich der Tarifkonflikt. An den vier Universitätskliniken in Baden Württemberg hat die Kündigung eines wichtigen Schutzvertrags neue Spannungen ausgelöst.

Der Arbeitgeberverband der Universitätsklinika kündigte den Tarifvertrag zum Rationalisierungsschutz. Die Vereinbarung soll Beschäftigte vor negativen Folgen von Umstrukturierungen bewahren. Die Gewerkschaft Verdi kritisierte den Schritt scharf.

Nach Angaben der Arbeitgeber sei die Kündigung auch eine Reaktion auf die jüngsten Streikaktionen. Zudem berücksichtige Verdi aus Sicht des Verbands die stark veränderte gesundheitspolitische und wirtschaftliche Lage nicht.

Warnstreiks zu Wochenbeginn

Zu Wochenbeginn hatten Beschäftigte an den Universitätskliniken in Ulm, Freiburg, Heidelberg und Tübingen mit Warnstreiks Druck gemacht. Hintergrund ist der festgefahrene Tarifstreit für rund 26000 Beschäftigte.

Verdi fordert unter anderem:

  • 7,5 Prozent mehr Gehalt
  • mindestens 320 Euro zusätzlich pro Monat
  • 250 Euro mehr monatlich für Auszubildende und Praktikanten
  • einen Mobilitätszuschuss für Azubis in Höhe des Deutschlandtickets

Verdi verweist auf Streikrecht

Verdi Verhandlungsführer Jakob Becker erklärte in Stuttgart, die Bestrafung von Beschäftigten für die Wahrnehmung ihres Grundrechts auf Streik sei eines öffentlichen Arbeitgebers unwürdig. Das Land stehe als Eigentümer der Kliniken in der Verantwortung.

Die Gewerkschaft betont, die Tarifautonomie stehe über politischen Reformprojekten im Gesundheitswesen. Das Streikrecht lasse sich nicht einschränken.

Kliniken erwarten hohe Verluste

Der Arbeitgeberverband verweist auf die wirtschaftliche Lage der Universitätskliniken. Für das Jahr 2026 rechnen die vier Häuser zusammen mit einem Verlust von rund 99 Millionen Euro. Zusätzlich werden Erlösausfälle von mehr als 100 Millionen Euro erwartet. Grund sind geplante und teilweise bereits beschlossene Krankenhausreformen.

Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft ist für Dienstag, 17. Juni, angekündigt. Dann soll Verdi auch ein konkretes Angebot vorgelegt werden. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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