Stuttgart 21 startet später und in Stufen ab Dezember 2027
- Stuttgart 21 verzögert sich weiter. Die Deutsche Bahn setzt nun auf eine stufenweise Inbetriebnahme des neuen Bahnknotens bis 2033.
- Foto: Deutsche Bahn AG / Uwe Miethe
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Stuttgart. Das Bahnprojekt Stuttgart 21 geht später an den Start und wird schrittweise in Betrieb genommen. Für Reisende bedeutet das ab Ende 2027 erste Verbesserungen im Bahnhofsumfeld, die vollständige Inbetriebnahme zieht sich jedoch bis 2033.
Interne Revision deckt schwere Mängel auf
Die von Bahnchefin Evelyn Palla beauftragte Konzernrevision hat erhebliche Versäumnisse im Projekt Stuttgart 21 festgestellt. Laut Bericht gab es deutliche Defizite in Planung, Steuerung und Risikomanagement. Der bisherige Inbetriebnahmetermin Ende 2026 war nach heutiger Einschätzung nicht erreichbar. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, zieht der Konzern daraus organisatorische und personelle Konsequenzen.
Neuer Stufenplan von 2027 bis 2033
Auf Basis der Revision und einer vertieften Projektprüfung hat die DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH einen neuen Inbetriebnahmeplan erarbeitet. Das Projekt geht nun in mehreren Etappen an den Start. Ziel ist mehr Realismus und eine verlässliche Steuerung der komplexen Abläufe.
- Dezember 2027 Kürzere Wege für Reisende durch den Bonatzbau und über das Dach des künftigen Hauptbahnhofs. Zehntausende Menschen profitieren täglich.
- 2028 Eröffnung von Läden und Serviceeinrichtungen im Bonatzbau. Das Umfeld des Bahnhofs wird schrittweise aufgewertet.
- Dezember 2030 Start des Fernbahnhofs am Flughafen mit Regionalzügen Richtung Reutlingen, Tübingen und Ulm.
- Dezember 2031 Inbetriebnahme des neuen Stuttgarter Hauptbahnhofs. Der Kopfbahnhof bleibt für einzelne Verbindungen noch bis Mitte 2032 in Betrieb.
- Juli 2032 Start der digitalisierten und verlängerten S-Bahn-Stammstrecke mit neuer Haltestelle Mittnachtstraße Rosenstein.
- Dezember 2033 Inbetriebnahme des Pfaffensteigtunnels mit rund 15 Minuten kürzerer Reisezeit Richtung Zürich.
Mehrkosten und Ursachen
Die Verschiebungen erhöhen die Kosten deutlich. Die Deutsche Bahn rechnet mit zusätzlichen Ausgaben von rund 3 Milliarden Euro. Die Gesamtwertprognose liegt nun bei 14,5 Milliarden Euro. Als Hauptgründe nennt die Bahn die anspruchsvollere Digitalisierung des Knotens, unreife Planungen, ein nicht mehr passendes Technikgebäude und verspätete Reaktionen auf geänderte Stromnormen.
Projektorganisation wird neu aufgestellt
Die Projektgesellschaft wird künftig als reine Inbetriebnahmeorganisation arbeiten. Das Risikomanagement erhält klare Eskalationswege und eine engmaschige Kontrolle. Engpässe sollen konzernweit gesteuert werden, um Verzögerungen früher zu erkennen.
Ziel bleibt ein leistungsfähiger Bahnknoten
Trotz der erneuten Verschiebung hält die Deutsche Bahn am Ziel fest, den Bahnknoten Stuttgart leistungsfähiger zu machen. Bahnchefin Evelyn Palla betont, dass Ehrlichkeit und Realismus nun die Grundlage der weiteren Arbeit bilden sollen, um Vertrauen zurückzugewinnen.
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |