Streikdrohung bei Mahle: IG Metall startet Urabstimmung über unbefristeten Ausstand

Der Autozulieferer Mahle - hier der Stammsitz in Stuttgart - will sein Werk in Neustadt an der Donau schließen. (Archivbild) | Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Neustadt an der Donau. Beim Autozulieferer Mahle in Niederbayern spitzt sich der Konflikt um die angekündigte Werksschließung zu. Die Gewerkschaft IG Metall hat eine Urabstimmung über einen unbefristeten Streik gestartet.

Betroffen ist der Standort in Neustadt an der Donau. Dort arbeiten nach Angaben der Gewerkschaft mehr als 400 Beschäftigte. Mahle plant, das Werk im ersten Halbjahr 2027 zu schließen.

Die IG Metall fordert stattdessen einen Zukunftstarifvertrag oder einen Sozialtarifvertrag. Ziel ist entweder eine Perspektive für den Standort oder bessere Absicherungen für die Beschäftigten.

„Wir akzeptieren den Schließungsbeschluss nicht. Die Beschäftigten werden für ihre Zukunft und ihre Arbeitsplätze kämpfen“, sagte Rico Irmischer, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg. Wenn nötig könne der Betrieb auch dauerhaft stillstehen.

Streit um Zukunft des Werks

Das Werk besteht seit 1987. Nach Unternehmensangaben werden dort vor allem Klimaanlagen für Premium Pkw produziert.

Mahle begründet die geplante Schließung mit mehreren Faktoren.

  • auslaufende Kundenaufträge
  • schwache Autokonjunktur
  • steigender Kostendruck durch asiatische Wettbewerber in Europa

Ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb sei daher nicht möglich, teilte das Unternehmen mit. Die IG Metall widerspricht dieser Darstellung und wirft Mahle vor, einen profitablen Standort schließen zu wollen.

Unterschied zwischen Sozial und Zukunftstarifvertrag

Ein Sozialtarifvertrag soll bei Massenentlassungen oder Werksschließungen soziale Nachteile für die Belegschaft abfedern. Anders als bei einem Sozialplan verhandelt das Unternehmen dabei direkt mit der Gewerkschaft und nicht mit dem Betriebsrat.

Ein Zukunftstarifvertrag verfolgt ein anderes Ziel. Dabei verpflichten sich Unternehmen und Gewerkschaft, gemeinsam Perspektiven für den Standort zu entwickeln und Alternativen zu einer Schließung zu prüfen. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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