Spritpreise am Rhein steigen: Dürre verteuert Tanken

Das Niedrigwasser am Rhein macht sich auch an den Tankstellen bemerkbar. | Foto: Thomas Frey/dpa
  • Das Niedrigwasser am Rhein macht sich auch an den Tankstellen bemerkbar.
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Rhein. Tanken wird für Autofahrer teurer, vor allem im Westen Deutschlands: Das Niedrigwasser am Rhein erhöht nach Einschätzung von Experten die Kosten für den Transport von Benzin und Diesel.

Der ADAC spricht von einem preistreibenden Effekt. Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer sagt, das aktuelle Niedrigwasser am Rhein lasse die Logistikkosten für Kraftstoffe und einzelne Vorprodukte teils deutlich steigen. Der Rhein ist ein wichtiger Transportweg für Öl, Benzin und Diesel. Große Tankschiffe befördern diese Mengen normalerweise günstiger als Lastwagen.

Vor allem regional sind höhere Preise möglich

Deutschland wird allerdings nicht nur über den Rhein versorgt. Nach ADAC-Angaben gehören auch Seehäfen, Raffinerien, Pipelines sowie Schienen- und Straßenverkehr zum Versorgungsnetz. Deshalb dürfte das Niedrigwasser derzeit vor allem regional zu höheren Kraftstoffpreisen beitragen.

Der Branchenverband en2x warnt zugleich vor möglichen Folgen für die Versorgung. Nach den aktuellen Prognosen dürften die Pegelstände in nächster Zeit weiter sinken. Damit steige die Wahrscheinlichkeit vorübergehender und regional begrenzter Engpässe, vor allem dann, wenn es zusätzlich Verspätungen auf der Schiene, technische Störungen oder andere Probleme in der Logistik gibt.

Schiffe teils nur noch mit wenig Ladung unterwegs

Nach Angaben des Verbands ist der Umgang mit Niedrigwasser am Rhein für die Unternehmen zwar nicht neu. Die Lage bleibe aber schwierig. Binnenschiffe könnten nur noch mit deutlich weniger Fracht fahren, teils mit einem Viertel der üblichen Kapazität. Manche Schiffe mussten den Betrieb vorübergehend einstellen.

Wo es möglich ist, werden Transporte auf Züge und Lastwagen verlagert. Deren Kapazitäten sind jedoch begrenzt. Nach Angaben von en2x läuft der Tankstellenbetrieb im gesamten Rheingebiet bisher dennoch auf normalem Niveau. Die Unternehmen arbeiteten fortlaufend daran, auch Heizölkunden, Flughäfen und die Industrie weiter zu versorgen.

NRW und Hessen derzeit besonders teuer

Ein Blick auf das Spritpreisportal „Tankerkönig“ zeigt regionale Unterschiede. Bei Benzin lagen Nordrhein-Westfalen und Hessen am Dienstagmorgen an der Spitze der teuersten Bundesländer, vor Bremen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

Auch bei Diesel gehört Nordrhein-Westfalen zusammen mit Hessen zu den teureren Ländern. Auffällig ist laut den verfügbaren Daten, dass vor allem in der westlichen Hälfte Deutschlands höhere Preise verlangt werden. In Bayern, besonders im Süden, ist Tanken derzeit günstiger. Die Unterschiede liegen bei einigen Cent pro Liter. Zwischen Bayern und Nordrhein-Westfalen oder Hessen sind es bei Benzin rund 7 Cent, bei Diesel rund 8 Cent.

Rhein bleibt zentrale Verkehrsader der Wirtschaft

Der Rhein gilt als wichtigste Wasserstraße Europas. Niedrige Pegelstände belasten deshalb nicht nur den Kraftstofftransport, sondern zunehmend auch Industrie und Lieferketten. Hinzu kommt ein weiteres Problem auf der Schiene: Die Generalsanierung der Bahnstrecke auf der rechten Rheinseite erschwert derzeit die Verlagerung von Transporten auf Züge. Zwischen Köln und dem Rhein-Main-Gebiet stehen damit nur die zwei Gleise der linksrheinischen Strecke zur Verfügung statt sonst vier. Die Bauarbeiten sollen noch bis Dezember laufen.

Lockerungen für Lastwagen sollen helfen

Mehrere Bundesländer haben das Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen bereits vorübergehend gelockert, um die Lage etwas zu entschärfen. Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland setzen die Regelung schon um. Baden-Württemberg und Bayern wollen am Samstag, 15. August nachziehen. Sachsen lehnt eine generelle Lockerung ab und verweist auf mögliche Ausnahmegenehmigungen.

Am Mittwoch, 12. August will Bundesverkehrsminister Steffen Bilger mit seinen Länderkollegen über weitere Maßnahmen beraten. Ziel ist es, die Folgen des Niedrigwassers in den kommenden Wochen abzumildern. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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