Rückzug bei Hugo Boss in Metzingen: Aufsichtsratschef geht
- Hugo Boss muss sich einen neuen Aufsichtsratschef suchen.
- Foto: Marijan Murat/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Metzingen. Für Anleger und Beschäftigte von Hugo Boss bringt der Übernahmekampf neue Bewegung in die Unternehmensspitze in Metzingen. Aufsichtsratschef Stephan Sturm legt sein Mandat nieder. Das teilte der Modekonzern am Montag, 14. September, mit.
Was sich im Kontrollgremium ändert
Sturm werde sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrats mit Wirkung zum Donnerstag, 15. Oktober, niederlegen. Bis zur Wahl eines Nachfolgers soll er den Vorsitz im Aufsichtsrat weiter ausüben, längstens aber bis zu seinem Ausscheiden aus dem Gremium.
Nach Angaben des Unternehmens folgt die Entscheidung auf „konstruktive Gespräche vor dem Hintergrund der jüngsten Veränderungen in der Aktionärsstruktur“. Die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger beginne nun.
Warum der Rückzug für Hugo Boss wichtig ist
Hintergrund ist das Ringen um Einfluss beim Modekonzern. Die britische Frasers Group hatte in den vergangenen Monaten versucht, bei Hugo Boss stärker ans Ruder zu kommen. Eine Übernahme scheiterte zunächst knapp. Zuletzt hielten die Briten aber fast 48 Prozent an dem Unternehmen und kündigten an, den Anteil weiter ausbauen zu wollen.
Das Verhältnis zwischen Großaktionär und Unternehmensführung gilt seit Längerem als angespannt. Frasers hatte Sturm im Dezember das Vertrauen entzogen. Streit gab es unter anderem über die Dividendenzahlung.
Wer hinter der Frasers Group steht
Die Frasers Group gehört mehrheitlich dem britischen Milliardär Mike Ashley. Bekannt ist der Konzern vor allem durch die Einzelhandelskette Sports Direct. Außerdem hält Frasers mehrere Beteiligungen, unter anderem am Onlineshop Asos.
Für Hugo Boss bedeutet der Rückzug an der Spitze des Aufsichtsrats eine weitere wichtige Personalentscheidung in einer Phase, in der die künftige Machtverteilung im Unternehmen besonders im Fokus steht. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |