Rheingau: Winzer setzen auf Techno und Feuerwerk
- Das alljährliche Sommerspektakel «Rhein in Flammen» in Rüdesheim und Bingen wollen am 4. Juli auch Winzer als farbenprächtige Kulisse für ein Weinevent im Rheingau nutzen. (Archivbild)
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Rheingau. Winzer in Hessen und Rheinland-Pfalz stehen vor einer Krise im Weinbau. Experten raten, den Tourismus stärker zu nutzen, um regionale Weine zu vermarkten. Neben Wanderungen und Radtouren durch Weinberge setzen einige Winzer auf innovative Events wie Techno-Partys und Feuerwerke, um jüngere Zielgruppen anzusprechen.
Jüngere Zielgruppen mit Events erreichen
Die Geschäftsführerin des Deutschen Weininstituts (DWI), Melanie Broyé-Engelkes, betonte, dass Camping und authentische Naturerlebnisse Trends seien, die mit Weinverkauf kombiniert werden könnten. Ein Beispiel ist das Techno-Open Air „Bass am Berg“ am 26. Juli in der rheinhessischen Steinlage „Niersteiner Hölle“, das bereits ausverkauft ist. Auch im Rheingau wird am 4. Juli beim Event „Rhein in Flammen“ elektronische Musik mit Wein und einem Feuerwerk kombiniert.
Soziale Medien als Vermarktungskanal
Viele jüngere Winzerinnen und Winzer setzen auf soziale Medien, um ihre Produkte und Events zu bewerben. Ernst Büscher vom DWI erklärte, dass Formate wie Afterwork-Partys oder „Chill & Grill“-Veranstaltungen mit Wein zunehmend an Bedeutung gewinnen. Auch das DWI selbst verstärkt seine Aktivitäten in sozialen Medien.
Herausforderungen und Chancen
Die Krise im Weinbau hat viele Ursachen: steigende Kosten, sinkender Konsum, zunehmendes Gesundheitsbewusstsein, weniger Geschäftsessen durch Videokonferenzen, Überproduktion und internationale Konkurrenz. Der Rheingauer Weinbaupräsident Peter Seyffardt fordert, die deutschen Weinbaugebiete als starke Marke zu etablieren, um die Attraktivität regionaler Weine zu steigern. Er erinnert daran, dass der Riesling aus Hessen und Rheinland-Pfalz vor 150 Jahren weltweit ein begehrtes Produkt war.
Broyé-Engelkes betont, dass jüngere Generationen oft Respekt vor Wein haben und sich von vollen Weinregalen überfordert fühlen. Deshalb müsse das Weinerlebnis bei den Winzern vor Ort unkomplizierter gestaltet werden, um neue Zielgruppen zu gewinnen. dpa.
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |