Rekord bei Windkraft in Baden-Württemberg – doch der Ausbau hakt
- Immer weitere Windräder werden in Baden-Württemberg errichtet. (Archivbild)
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Stuttgart. Für Haushalte und Unternehmen in Baden-Württemberg ist der schnelle Ausbau der Erneuerbaren entscheidend für Versorgungssicherheit und Klimaziele. Bei der Windkraft meldet das Land zwar Rekordwerte im ersten Halbjahr, zugleich wächst aber die Sorge, dass neue Unsicherheiten den weiteren Ausbau bremsen könnten.
Nach Angaben des Umweltministeriums gingen in den ersten sechs Monaten 33 Windkraftanlagen ans Netz. Im gesamten Vorjahr waren es 40. Die neu in Betrieb genommene Leistung erreichte mit 169 Megawatt Rekordwerte wie in den Jahren 2016 und 2017.
Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz warnt jedoch vor einem Rückschlag. Er kritisiert Pläne des Bundes im Zusammenhang mit einer Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Nach seiner Darstellung drohen Ausgleichszahlungen für Windkraft-Betreiber wegzufallen. „Das würde dem Ausbau der Windkraft spürbar den Wind aus den Segeln nehmen“, sagte Schwarz der Deutschen Presse-Agentur.
Ministerium sieht das Land auf Kurs
Umweltministerin Thekla Walker verweist auf weitere hohe Werte bei den Genehmigungen. Mit einer bis zum Halbjahr genehmigten Leistung von 480 Megawatt steuere Baden-Württemberg auf einen Allzeitrekord zu. Nach Daten der Landesanstalt für Umwelt waren zum Stichtag 1. Juli insgesamt 1.771 Windenergieanlagen mit zusammen 11.005 Megawatt in verschiedenen Projektphasen geplant. Viele davon befinden sich noch im Genehmigungsverfahren.
Nach Einschätzung des Ministeriums liegt das Land damit auf dem angestrebten Ausbaupfad. In Betrieb sind demnach derzeit 850 Windenergieanlagen. Fachleute verweisen aber darauf, dass das Tempo weiter steigen müsste. Laut einem Gutachten werden bis 2030 rund 1.400 Windenergieanlagen benötigt, damit Baden-Württemberg seine Klimaschutzziele erreichen kann. Bis 2040 will das Land klimaneutral sein.
Solar-Ausbau fällt weniger auffällig aus
Bei der Photovoltaik war der Zubau im ersten Halbjahr nach Ministeriumsangaben weniger außergewöhnlich als in den Vorjahren. Neu hinzu kamen 851 Megawatt-Peak. Davon entfielen 600 Megawatt-Peak auf Anlagen an Gebäuden und 251 Megawatt-Peak auf Freiflächenanlagen.
Zum Vergleich nennt das Ministerium für das Gesamtjahr davor 1.479 Megawatt-Peak sowie für das Jahr zuvor 1.711 Megawatt-Peak. Bei den Freiflächenanlagen wurden im Vorjahr 705 Megawatt-Peak und im Jahr davor 540 Megawatt-Peak in Betrieb genommen.
Für Verbraucher zeigt die Halbjahresbilanz damit ein gemischtes Bild. Der Windkraft-Ausbau erreicht neue Höchststände. Ob das Tempo reicht, hängt nach Einschätzung von Politik und Experten aber vor allem von verlässlichen Regeln und schnelleren Verfahren ab. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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