Prozess in Karlsruhe: dm-Augenscreening vor Gericht
- In ausgewählten dm-Filialen kann man ein Augenscreening durchführen lassen. (Archivbild)
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Karlsruhe. Am Mittwoch, 9. September, prüft das Landgericht Karlsruhe von 10.30 Uhr an die rechtliche Zulässigkeit des dm-Angebots zu einem Augenscreening. Die Wettbewerbszentrale geht gegen den Service vor, den dm seit gut einem Jahr in ausgewählten Filialen anbietet. Das Screening kostet 14,95 Euro und soll unter anderem Hinweise auf Augenkrankheiten wie Grünen Star liefern.
Dm hält das Angebot nach eigenen Angaben für rechtlich zulässig. Die Screenings laufen über einen Kooperationspartner. Sebastian Bayer, Geschäftsführer Marketing und Beschaffung, sagte, das Unternehmen habe an dem Verfahren großes Interesse: „Wir wollen Rechtssicherheit.“ Bei einer Niederlage vor dem Landgericht will dm in die nächste Instanz gehen.
Worum es vor Gericht geht
Die Wettbewerbszentrale sieht nach eigenen Angaben Verstöße gegen verschiedene rechtliche Vorgaben, darunter das Heilpraktikergesetz. Sie verlangt unter anderem, dass dm in Filialen keine Augenscreenings zur Feststellung von Augenkrankheiten durch Menschen durchführen lässt, die keine Ärztinnen oder Ärzte sind. Auch Werbung für solche Angebote soll demnach unterbleiben.
Der Verein begründet die Klage mit dem Patientenschutz. Die Einhaltung medizinischer Standards sei dabei ein relevanter Aspekt. Am Landgericht Düsseldorf ist im November ein weiterer Prozess geplant. Dort geht es um den Kooperationspartner von dm.
Was Kundinnen und Kunden wissen sollten
Dm weist auf seiner Internetseite darauf hin, dass das Screening keine medizinische Diagnose und keine ärztliche Untersuchung ersetzt. Die Auswertung erfolgt nach Unternehmensangaben mithilfe Künstlicher Intelligenz und wird ärztlich geprüft.
- Kosten: Das Augenscreening kostet 14,95 Euro.
- Standorte: Gestartet war dm in acht Filialen, dort läuft das Angebot weiter.
- Ausbau: Das Unternehmen will den Service auf 30 Filialen erweitern.
- Einordnung: Auffällige Ergebnisse ersetzen keinen Termin in einer Augenarztpraxis.
Dm plant Ausbau in Stadt und Land
Vor wenigen Wochen hatte Bayer angekündigt, das Angebot in ländlichen Regionen in Schleswig-Holstein und in Großstädten zu testen. In ländlichen Gebieten gebe es vergleichsweise wenige Augenärztinnen und Augenärzte. Zugleich wolle dm prüfen, wie Kundinnen und Kunden den Service in unterschiedlichen Regionen annehmen.
Zahlen zur Nutzung nennt dm nicht. Das Angebot werde aber gut angenommen, heißt es vom Unternehmen. Zwei Krankenkassen, eine private und eine gesetzliche, hätten das Screening inzwischen aufgenommen und böten es ihren Beitragszahlern an. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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