Posten-Stopp bei Lotto Rheinland-Pfalz: Hering zieht zurück
- Zehn Jahre lang war der Westerwälder Hering Landtagspräsident in Mainz, nun sollte es für ihn zu Lotto Rheinland-Pfalz nach Koblenz gehen - daraus wird doch nichts. (Archivbild)
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Mainz. Die geplante zusätzliche Chefstelle bei Lotto Rheinland-Pfalz ist vorerst vom Tisch. Der frühere rheinland-pfälzische Landtagspräsident Hendrik Hering zieht seine mögliche Bewerbung für den Posten als zweiter Geschäftsführer zurück.
Der SPD-Politiker erklärte am Freitag, 22. Mai, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Mainz, dass es ein Fehler gewesen sei, diese Möglichkeit überhaupt in Betracht zu ziehen. Die Kritik der vergangenen Tage könne er nachvollziehen.
Hering stand zehn Jahre lang an der Spitze des Landtags in Mainz. Nach der jüngsten Landtagswahl ging das Amt des Parlamentspräsidenten an den CDU-Politiker Matthias Lammert. Anschließend war geplant, Hering als zweiten Geschäftsführer zur landeseigenen Lottogesellschaft mit Sitz in Koblenz zu holen. Der Aufsichtsrat hätte der Personalie noch zustimmen müssen.
Kritik an zusätzlichem Chefposten
Die geplante neue Führungsposition hatte früh für Kritik gesorgt. Der Bund der Steuerzahler Rheinland-Pfalz sowie Oppositionsparteien im Landtag stellten infrage, ob ein weiterer Geschäftsführer bei der Lottogesellschaft notwendig sei.
Auch aus dem Parlament kamen Nachfragen. Die Grünen wollten prüfen lassen, ob die zusätzlichen Ausgaben für einen zweiten Chefposten angesichts der Aufgaben der Gesellschaft gerechtfertigt sind.
Opposition spricht von „Selbstbedienungsmentalität“
Die AfD-Fraktion kritisierte die Personalpläne besonders scharf und sprach von einer „Selbstbedienungsmentalität“ der neuen Landesregierung. Nach Angaben der Fraktion wurde der Wissenschaftliche Dienst des Landtags um ein Gutachten gebeten.
Dabei geht es um die Frage, ob Aufsichtsräte mehrheitlich landeseigener Gesellschaften entsprechend der Kräfteverhältnisse im Parlament besetzt werden müssen. Nach Ansicht der AfD könnte eine stärkere Beteiligung der Opposition solche Personalentscheidungen erschweren.
Geschäftsführung steht ohnehin vor Wechsel
Der bisherige Geschäftsführer Jürgen Häfner verlässt das Unternehmen Ende Mai nach rund zwölf Jahren. Seit 2014 leitete er die Lottogesellschaft allein. Nachfolger soll der langjährige CDU-Fraktionschef Christian Baldauf werden.
Nach Angaben aus einem Wirtschaftsprüfungsbericht für das Geschäftsjahr 2024 lag Häfners Vergütung mit Grundgehalt und erfolgsabhängiger Zahlung bei knapp 200.000 Euro.
Hering erklärte, ein Wechsel zur Lottogesellschaft würde bei vielen Menschen den Eindruck eines hoch dotierten „Postengeschacheres“ hinterlassen. Ein solcher Schritt könne die Politikverdrossenheit weiter verstärken und Vertrauen untergraben. Deshalb habe er sich entschieden, das Angebot nicht anzunehmen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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