Pilotprojekt testet CO₂-armen Beton an Bahnstrecke in Kassel

Beim Projekt „Kurve Kassel“ testet die Deutsche Bahn südlich des ICE-Bahnhofs Kassel-Wilhelmshöhe erstmals CO₂-armen Beton im Bahnbau. Die Ergebnisse sollen den Weg für klimafreundlichere Baustoffe in künftigen Bahnprojekten ebnen. | Foto: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang
  • Beim Projekt „Kurve Kassel“ testet die Deutsche Bahn südlich des ICE-Bahnhofs Kassel-Wilhelmshöhe erstmals CO₂-armen Beton im Bahnbau. Die Ergebnisse sollen den Weg für klimafreundlichere Baustoffe in künftigen Bahnprojekten ebnen.
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Kassel. Südlich des ICE-Bahnhofs Kassel-Wilhelmshöhe startet ab sofort ein Pilotprojekt, das den Bahnbau klimafreundlicher machen soll. Die Deutsche Bahn erprobt dort erstmals CO₂-armen Beton im großen Maßstab an einer Stützwand.

Testlauf für neuen Baustoff im laufenden Bahnbetrieb

Bei dem Projekt arbeiten die Deutsche Bahn, die Universität Kassel und das Bundesministerium für Verkehr zusammen. Der Spezialbeton wird im Rahmen des Infrastrukturvorhabens „Kurve Kassel“ verbaut und anschließend unter Praxisbedingungen untersucht. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, geht es darum, Sicherheit, Dauerhaftigkeit und technische Umsetzbarkeit nachzuweisen.

Warum CO₂-armer Beton eine Rolle spielt

Herkömmlicher Beton verursacht hohe Emissionen, vor allem durch den enthaltenen Zement. Die nun eingesetzten CO₂-armen Betone kommen ohne Zement aus. Stattdessen werden alternative Materialien und spezielle Herstellungsverfahren genutzt, um vergleichbare oder bessere Eigenschaften zu erreichen.

Wissenschaftliche Begleitung aus Kassel

Das Vorhaben wird wissenschaftlich begleitet, unter anderem von der Universität Kassel, Gutachtern, Ingenieuren und dem Eisenbahn-Bundesamt. Ziel ist es, die derzeitigen technischen Normen und DB-Regelwerke weiterzuentwickeln. Diese schließen den Einsatz solcher Betone bislang für viele Anwendungen aus.

Perspektive für künftige Bahnprojekte

An der Stützwand werden in diesem Jahr verschiedene Betonrezepturen verbaut und ausgewertet. Die Ergebnisse sollen in die Regelwerke der DB einfließen. Perspektivisch könnte der Werkstoff auch bei weiteren Bauvorhaben eingesetzt werden.

Neben dem Klimaschutz spielt auch die Wirtschaftlichkeit eine Rolle. Zement-Ersatzmaterialien wie Hüttensande oder calcinierte Tone sind günstiger als klassischer Zement. Gleichzeitig steigen die Kosten durch den EU-Emissionshandel. Klimaschonende Lösungen gewinnen damit auch finanziell an Bedeutung.

Das Pilotvorhaben ist Teil der „Kurve Kassel“, mit der nördlich von Kassel Engpässe im Bahnnetz beseitigt und die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur erhöht werden sollen.

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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