Niedrigwasser in Kaub: Rhein-Pegel fällt auf 8 Zentimeter
- Trockenheit und hohe Temperaturen haben den Pegelstand sinken lassen. (Archivbild)
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Kaub. Am Pegel Kaub ist der Wasserstand am Freitagvormittag erstmals auf einen einstelligen Wert gefallen. Nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Rhein wurden 8 Zentimeter gemessen.
Damit ist am wichtigen Mittelrhein-Abschnitt zwischen St. Goar und Budenheim ein neuer Tiefstwert erreicht. Das Amt spricht von historisch niedrigen Wasserständen. Die Schifffahrt werde sehr stark eingeschränkt. Das habe auch Folgen für Logistik, Industrie und Versorgung.
Nach Angaben der Bundesanstalt für Gewässerkunde liegt der aktuell gemessene Wasserstand damit 17 Zentimeter unter dem bislang niedrigsten jemals erfassten Wert am Pegel Kaub. Die Behörde betonte jedoch, dass es sich zunächst um Rohdaten handelt.
Was der Pegelstand bedeutet
Die Angabe von 8 Zentimetern heißt nicht, dass der Rhein an dieser Stelle nur 8 Zentimeter tief ist. Ein Pegelstand ist ein relativer Messwert von einem festgelegten Bezugspunkt aus. Für die Schifffahrt ist vor allem die Fahrrinnentiefe entscheidend.
Diese lag bei Kaub am Freitagvormittag nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts bei etwas mehr als 1,20 Meter. Mit jedem weiteren Zentimeter sinkenden Wasserstands nehme aber auch diese nutzbare Tiefe ab.
Warum Kaub für den Rhein so wichtig ist
Der Abschnitt zwischen St. Goar und Budenheim gilt als Nadelöhr der Rheinschifffahrt. Nach Darstellung des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt ist die Fahrrinne dort schlechter ausgebaut als in anderen Rhein-Abschnitten. Schiffe können die Stelle nicht umfahren und müssen ihre Ladung und Fahrt an die Bedingungen anpassen.
Der Pegel in Kaub war in den vergangenen Tagen besonders schnell gefallen. Vor knapp drei Wochen lag der Wert noch bei mehr als 50 Zentimetern. Im bisherigen Niedrigwasser-Rekordjahr 2018 hatte der niedrigste Stand seit Messbeginn dort noch bei 25 Zentimetern gelegen. Die regelmäßige Beobachtung des Pegels begann bereits 1856.
Auch Natur am Rhein unter Druck
Nach Einschätzung des Nabu Rheinland-Pfalz ist das Niedrigwasser auch ein Alarmsignal für Flussökosysteme. Fische, Muscheln und Amphibien gerieten zunehmend unter Druck. Sinkende Wasserstände könnten Flüsse schneller erwärmen, den Sauerstoffgehalt senken und die Wasserqualität verschlechtern. Dadurch könnten auch Algenblüten begünstigt werden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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