Niedrigwasser am Rhein: Höhere Spritpreise und Probleme bei Lieferketten möglich
- Kurzfristig könne man nicht sehr viel gegen die Folgen des Niedrigwassers tun, sagt Ökonom Iglesias vom Institut der Deutschen Wirtschaft.
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Bonn. Das Niedrigwasser am Rhein könnte sich bald im Alltag bemerkbar machen – vor allem bei Spritpreisen und Lieferketten im Südwesten. Der Ökonom Simon Gerards Iglesias vom Institut der Deutschen Wirtschaft nennt die Lage für die deutsche Wirtschaft „dramatisch“.
Gerade in den Bundesländern am Rhein seien viele Unternehmen darauf angewiesen, Güter, Rohstoffe und Vorprodukte über den Fluss zu transportieren. Als Beispiel nannte Iglesias im ZDF-„Morgenmagazin“ den Chemiekonzern BASF. Für das Unternehmen sei es „lebensnotwendig“, dass der Rhein als Wasserstraße funktioniere, wenn rund 40 Prozent der Produkte darüber abgefertigt würden.
Warum das auch Verbraucher treffen kann
Schon in den kommenden Tagen könnten die Folgen laut Iglesias auch an Tankstellen sichtbar werden. Er verwies auf das Jahr 2018, als langanhaltende Dürre und niedrige Pegelstände die Kraftstoffpreise entlang des Rheins steigen ließen. Der Grund: Raffinerien am Rhein erhalten dann weniger Mineralöl. Lieferungen müssen über Umwege organisiert werden oder die Produktion wird gedrosselt.
Für die Wirtschaft zeigt das Niedrigwasser nach Einschätzung des IW-Ökonomen ein grundsätzliches Problem. Deutschland sei in Krisensituationen nicht so widerstandsfähig, dass Transporte schnell auf andere Verkehrsträger verlagert werden könnten. Auch Wasserstraßen seien über Jahrzehnte vernachlässigt worden.
Was kurzfristig möglich ist
Kurzfristig lasse sich gegen die Folgen nur begrenzt etwas tun. Möglich sei es nach Angaben des Experten, Felsen zu beseitigen, die bei niedrigen Wasserständen für Engpässe sorgen und die Schiffbarkeit erschweren.
Für eine dauerhafte Verbesserung brauche es aber eine umfassende Sanierung des Rhein-Korridors. Als Hindernis gelten laut Iglesias vor allem lange Genehmigungs- und Prüfverfahren, die Modernisierungen ausbremsen.
Am Donnerstag, 6. August, sprechen Wirtschaftsverbände in Bonn mit Bundesverkehrsminister Steffen Bilger über den Umgang mit dem extremen Niedrigwasser am Rhein und anderen Wasserstraßen. Eingeladen sind Vertreter von Industrie, Häfen und Binnenschifffahrt. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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