Neues E‑Bike‑Zentrum in Koblenz: Canyon plant Neustart
- Canyon ist mit Sporträdern groß geworden, nun investiert der Koblenzer Hersteller in E-Bikes. (Archivbild)
- Foto: Marco Freudenreich/Canyon/dpa
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Koblenz. Mehr Auswahl und neue Technik für Radfahrer. Der Fahrradhersteller Canyon will mit E Bikes und Sicherheitsinnovationen aus wirtschaftlich schwierigen Jahren kommen und eröffnet dafür ein eigenes E Bike Zentrum am Firmensitz in Koblenz.
Der Neubau entsteht am Hauptstandort des Unternehmens. Auf rund 1200 Quadratmetern sollen Kunden die komplette E Bike Palette testen, vergleichen und direkt kaufen können. Nach Angaben des Herstellers ist es der erste Canyon Standort, der sich ausschließlich Elektro Fahrrädern widmet.
E Bikes inzwischen wichtiges Geschäft
Firmengründer Roman Arnold erinnert daran, dass Canyon elektrische Räder lange kritisch gesehen habe. „Vor 15 Jahren haben wir E Bikes abgelehnt als zu schwer und unausgereift.“ Seit rund sieben Jahren baut das Unternehmen jedoch E Mountainbikes.
Heute spielen sie eine zentrale Rolle im Geschäft. Mehr als die Hälfte der verkauften Mountainbikes von Canyon sind inzwischen elektrisch. Bei Rennrädern stehe der Markt für E Modelle laut Arnold noch am Anfang. Das Wachstumspotenzial gelte jedoch als groß.
Sicherheit als neues Verkaufsargument
Neben neuen Modellen arbeitet Canyon auch an Technik für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Geplant sind integrierte Warnsysteme im Lenker und vernetzte Helme. Sie sollen Radfahrer frühzeitig vor Gefahren durch Autos warnen.
Ein Beispiel ist das System „Canyon Predict“. Dabei warnen Vibrationen im Lenker vor herannahenden Fahrzeugen. Nach Einschätzung des Unternehmens könnten solche Lösungen in wenigen Jahren serienreif werden.
Branche unter Druck nach Corona Boom
Die gesamte Fahrradbranche kämpft derzeit mit den Folgen des starken Verkaufsbooms während der Corona Zeit. Laut Branchenverband ZIV sank der Umsatz mit Fahrrädern in Deutschland im Jahr 2025 um acht Prozent auf 5,85 Milliarden Euro. Selbst der Verkauf von E Bikes ging zurück. Dabei erwirtschaften Elektro Fahrräder inzwischen mehr als 80 Prozent der Umsätze der Branche.
Auch Canyon bekam die Entwicklung zu spüren. Der Umsatz sank 2025 um gut sechs Prozent auf 738 Millionen Euro. Der Betriebsgewinn brach um rund ein Drittel ein. Das Unternehmen strich 320 Stellen. Der Mehrheitsinvestor GBL senkte den Wert seiner Beteiligung deutlich und wechselte die Unternehmensspitze.
Firmengründer Arnold kehrte daraufhin wieder stärker in die Führung zurück. „Wir hatten ein bisschen den Fokus verloren. Wir haben uns zu sehr mit uns selbst beschäftigt.“ Inzwischen entwickle sich das Geschäft wieder besser. Nach Angaben des Unternehmens liegen die aktuellen Kennzahlen wieder über Plan. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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