Neue IW-Studie: Koblenz stark, Mainz fällt bei Dynamik ab

In Rheinland-Pfalz gibt es nicht überall große wirtschaftliche Fortschritte. (Symbolbild) | Foto: Sebastian Gollnow/dpa
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Rheinland-Pfalz. Die wirtschaftliche Entwicklung der Städte im Land driftet stärker auseinander. Während Koblenz im aktuellen Regionalranking des Instituts der deutschen Wirtschaft deutlich zulegt, verliert Mainz bei der wirtschaftlichen Dynamik massiv an Boden.

Untersucht wurden von IW Consult insgesamt 400 Landkreise und kreisfreie Städte in Deutschland. Bewertet wurden unter anderem Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität.

Im sogenannten Niveauranking, das die aktuelle wirtschaftliche Stärke zeigt, liegt Mainz weiterhin weit vorne. Die Landeshauptstadt erreicht Platz 14. Zwei Jahre zuvor stand sie noch auf Rang 2.

Deutlich schwächer schneidet Frankenthal ab. Die Stadt landet auf Platz 391 und gehört damit zu den zehn wirtschaftlich schwächsten Regionen im Vergleich.

Koblenz erreicht Platz vier bei der Dynamik

Im Dynamikranking wird gemessen, welche Regionen zuletzt die größten Fortschritte gemacht haben. Hier gehört Koblenz bundesweit zu den Spitzenreitern und erreicht Platz 4. Nur Cottbus, Neumünster und der Landkreis Tirschenreuth liegen davor.

Nach Einschätzung der Industrie und Handelskammer Koblenz profitiert die Stadt von mehreren Faktoren.

  • ein starkes Gründungsklima
  • eine ausgeprägte Hochschullandschaft
  • ein Technologiezentrum
  • eine vergleichsweise junge Bevölkerung

Hinzu kommt laut IHK ein breiter Branchenmix aus Industrie, Dienstleistungen und öffentlichem Sektor. Diese Struktur mache den Standort widerstandsfähiger gegenüber Krisen. Gleichzeitig bleiben steigende Energiepreise und Arbeitskosten eine Herausforderung.

Mainz landet im Dynamikranking fast am Ende

Ganz anders sieht es für Mainz im Dynamikvergleich aus. Die Stadt rutscht auf Platz 398 von 400 Kommunen ab.

Die IHK für Rheinhessen bewertet das Ergebnis auch als Folge der starken Entwicklung der vergangenen Jahre. Ein dauerhaft so schnelles Wachstum sei schwer zu halten. Gleichzeitig belasteten inzwischen höhere Standortkosten und eine schwächere Steuerkraft die Entwicklung.

Als weitere Bremsfaktoren nennt die Kammer Infrastrukturprobleme. Dazu zählen der stockende Ausbau der A643, Defizite am Autobahnring sowie unzuverlässige Zugverbindungen. Gefordert werden schnellere Genehmigungen und mehr verfügbare Flächen für Unternehmen.

Frankenthal widerspricht dem schlechten Abschneiden

Die IHK Pfalz sieht den Standort Frankenthal trotz der niedrigen Platzierung stabil. Eine eigene Unternehmensbefragung kommt auf die Schulnote 2,6.

Besonders positiv bewerten Unternehmen laut Kammer die Verkehrsanbindung sowie den öffentlichen Nahverkehr. Auch Schulen und Gesundheitsversorgung gelten als Pluspunkte.

Kritik gibt es dagegen an zuletzt gestiegenen kommunalen Steuern. Sie könnten Unternehmensgründungen bremsen.

Birkenfeld bildet das Schlusslicht

Am Ende des Dynamikrankings steht der Landkreis Birkenfeld auf Platz 400. Der Kreis leidet unter Problemen in der Automobilindustrie und unter schleppender Entwicklung ehemaliger Militärflächen.

Auch die angekündigte Schließung eines Produktionsstandorts des Unternehmens Biontech in Idar-Oberstein belastet die Region. Zudem erschwert die große Fläche des Nationalparks Hunsrück Hochwald neue Ansiedlungen. Ein geplanter Anschluss an die Autobahn 62 soll die Erreichbarkeit künftig verbessern. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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