Mercedes verkauft deutlich mehr E-Autos – China-Geschäft bricht ein

Mercedes-Benz hat im zweiten Quartal weniger Fahrzeuge verkauft. (Archivbild) | Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Stuttgart. Mercedes-Benz hat im zweiten Quartal zwar weniger Fahrzeuge verkauft, zugleich aber deutlich mehr Elektroautos abgesetzt. Das Unternehmen aus Stuttgart kam von April bis Juni weltweit auf 511.900 Pkw und Vans. Das waren sechs Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Besonders stark belastete das Geschäft in China die Bilanz. Dort sank der Pkw-Absatz um 30 Prozent. Mercedes begründet das unter anderem mit intensivem Wettbewerb, einer zurückhaltenden Verbraucherstimmung und der schrittweisen Einführung neuer Modelle. Außerhalb Chinas legte der Gesamtabsatz dagegen um drei Prozent zu.

Pkw-Verkäufe sinken, Europa und Nordamerika wachsen

Im Pkw-Geschäft setzte Mercedes im zweiten Quartal 417.800 Fahrzeuge ab. Das entspricht einem Rückgang von acht Prozent. In wichtigen westlichen Märkten meldet der Konzern aber Wachstum. In Nordamerika stieg der Absatz um 13 Prozent, in Europa um vier Prozent.

E-Autos mit kräftigem Zuwachs

Deutlich besser lief es bei den reinen Elektroautos. Mercedes verkaufte weltweit 52.900 vollelektrische Fahrzeuge. Das war ein Plus von 51 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In Europa fiel der Zuwachs mit 87 Prozent noch stärker aus. Damit war im zweiten Quartal rund jeder achte verkaufte Pkw von Mercedes ein E-Auto.

Vertriebsvorstand Mathias Geisen erklärte, die Modelloffensive gewinne weiter an Dynamik. Vor allem die Nachfrage nach neuen Elektro-Modellen sei sehr stark.

Auch bei Vans leichtes Plus

Die Van-Sparte entwickelte sich stabiler. Von April bis Juni verkaufte Mercedes 94.100 Transporter und Vans. Das war ein Plus von einem Prozent. Auch der Absatz von elektrischen Vans legte deutlich zweistellig zu. Ihr Anteil am gesamten Van-Absatz liegt bislang aber nur bei gut einem Zehntel.

Absatz seit Jahren unter Druck

Die Pkw-Verkäufe der Marke stehen schon länger unter Druck. 2024 lagen sie drei Prozent unter dem Vorjahr. Im vergangenen Jahr verkaufte Mercedes etwas mehr als 1,8 Millionen Pkw. Das entsprach einem Rückgang von neun Prozent gegenüber 2024.

Mittelfristig will die Pkw-Sparte wieder auf rund zwei Millionen Fahrzeuge kommen. Einen genauen Zeitpunkt nannte das Unternehmen zuletzt nicht. Dieses Ziel werde nicht 2027 erreicht, aber noch vor Ende des Jahrzehnts.

Sparkurs bleibt ein Thema

Die detaillierten Geschäftszahlen für das zweite Quartal will Mercedes Ende Juli vorlegen. Bereits im ersten Quartal war das Konzernergebnis um 17,2 Prozent gesunken. Für 2025 war der Gewinn auf 5,3 Milliarden Euro eingebrochen, nach 10,4 Milliarden Euro im Jahr davor. Belastend wirkten laut Unternehmen Zölle, negative Wechselkurseffekte und der starke Wettbewerb in China.

Darauf hatte Mercedes mit einem Sparprogramm reagiert. Ende Juni verschärfte der Konzern den Kurs und verschob als Sofortmaßnahme eine tarifliche Sonderzahlung auf das kommende Jahr. Dagegen protestierten am Freitag, 3. Juli, bundesweit Zehntausende Beschäftigte. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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