Mehr neue Azubis im Pfälzer Handwerk
- Ausbildung im Handwerk bleibt in der Pfalz gefragt
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Pfalz. Im pfälzischen Handwerk haben bis Ende August mehr junge Menschen eine Ausbildung begonnen als im Vorjahreszeitraum. Die Handwerkskammer der Pfalz registrierte 2.076 neue Ausbildungsverträge. Das sind 135 mehr als zuvor und ein Plus von rund sieben Prozent.
Die Region zählt damit aktuell zu den stärksten in Rheinland-Pfalz, was neu eingetragene Ausbildungsverträge im Handwerk angeht. Besonders gefragt bleibt der Beruf Kraftfahrzeugmechatroniker. Auch Berufe rund um Klimaschutz, Energieeffizienz und nachhaltiges Bauen legen laut Handwerkskammer an Bedeutung zu, etwa Elektroniker oder Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.
Dr. Till Mischler, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer der Pfalz, sagt: „Das sind Zahlen, die optimistisch stimmen. Sie zeigen, dass junge Menschen das Handwerk wieder stärker als attraktive Zukunftsperspektive wahrnehmen. Zugleich bleibt die Ausbildungsbereitschaft unserer Betriebe hoch“.
Ausbildungsstart ist nicht nur im August oder September möglich
Rita Petry, Geschäftsführerin Berufsbildung der Handwerkskammer der Pfalz, verweist auf die große Bandbreite im Handwerk. Nach Angaben der Kammer gibt es mehr als 130 Ausbildungsberufe. Um diese Vielfalt sichtbar zu machen, setzt die Kammer nach eigenen Angaben auf praxisnahe Berufsorientierung, zum Beispiel mit Ferienkursen.
Seit den 2000er-Jahren baut die Handwerkskammer ihre Angebote zur Berufsorientierung kontinuierlich aus. Sie reagiert damit auf einen Ausbildungsmarkt, in dem in vielen Bereichen heute mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen als Bewerberinnen und Bewerber. Mischler erklärt: „Umso mehr engagieren wir uns für eine flächendeckende Berufsorientierung auch an Gymnasien, setzen uns für die Gleichwertigkeit von akademischer und dualer Bildung ein und entwickeln ständig neue interessante Formate, die Jugendlichen Lust aufs Handwerk machen sollen“.
Dafür geht die Kammer auch an Schulen und ist mit dem Berufsorientierungsmobil BOMO bei Schulen und Veranstaltungen in der Region unterwegs. Der Kleinbus bringt Mitmach-Aktionen, Informationen zu Ausbildungsberufen sowie Hinweise auf freie Praktikums- und Ausbildungsplätze direkt vor Ort. Für das letzte Quartal wurde der Handwerkskammer nach eigenen Angaben erneut eine Förderung von mehr als 31.000 Euro durch das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium zugesagt.
Wer jetzt noch einen Einstieg sucht, kann auch nach dem klassischen Starttermin eine Ausbildung beginnen. Unter hwk-pfalz.de/artikel/ausbildung-fertig-los informiert die Handwerkskammer über freie Praktikums- und Ausbildungsplätze in der Region. Dort finden Jugendliche, Eltern und Betriebe auch Ansprechpersonen und Informationen zur Berufsorientierung.
Petry sagt: „Die aktuellen Ausbildungszahlen zeigen, dass wir mit unseren Angeboten auf dem richtigen Weg sind. Aber sie sind kein Grund, sich zurückzulehnen. Viele Betriebe finden weiterhin keine Auszubildenden – weil Jugendliche und Ausbildungsplätze oft nicht zueinanderfinden. Zudem erleben wir zunehmend, dass junge Menschen mit deutlichen Lücken bei Grund- und Sprachkompetenzen in die Ausbildung starten. Hier wünschen wir uns zusätzliche Anstrengungen der Politik, um Jugendliche frühzeitig besser zu unterstützen.“
Autor:Anja Stemler aus Kusel-Altenglan |