Mega-Baustelle in Stuttgart: Bahnhof wird erst 2031 fertig
- Wird nicht nur später fertig, sondern auch teurer: der neue Stuttgarter Hauptbahnhof.
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Stuttgart. Bahnreisende in Stuttgart müssen deutlich länger mit Baustellen, Umwegen und Einschränkungen leben. Der neue Tiefbahnhof des Projekts Stuttgart 21 soll nach aktuellen Planungen der Deutschen Bahn erst im Jahr 2031 in Betrieb gehen. Damit verschiebt sich die Eröffnung erneut um fünf Jahre.
Auch die Kosten steigen weiter. Nach Angaben der Bahn erhöhen sie sich um rund drei Milliarden Euro auf insgesamt etwa 14,5 Milliarden Euro. Beim Finanzierungsvertrag im Jahr 2009 war noch von rund drei Milliarden Euro Baukosten ausgegangen worden.
Bei einem Spitzentreffen in Stuttgart erläuterte Bahnchefin Evelyn Palla die neuen Zahlen unter anderem Baden Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir und Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper.
Warum sich das Projekt weiter verzögert
Eine interne Überprüfung der Bahn nennt mehrere Gründe für die erneute Verschiebung. Vor allem technische und planerische Probleme haben das Projekt ausgebremst.
- Die Digitalisierung des Bahnknotens Stuttgart ist komplexer als erwartet.
- Planungen waren laut Bahn teilweise noch nicht ausgereift.
- Rund 100 Kilometer Kabel müssen neu verlegt werden.
- Ein Technikgebäude aus dem Jahr 2013 passt nicht mehr zu den aktuellen Anforderungen.
- Auch das Notstromkonzept muss komplett neu geplant werden.
Palla erklärte, sie sei über die Ergebnisse der internen Revision erschüttert. Gleichzeitig versprach sie mehr Realismus bei Planung und Umsetzung. Der vollständige Bericht der Untersuchung soll allerdings nicht veröffentlicht werden.
Mehrkosten trägt die Bahn allein
Die Finanzierung des Großprojekts ist klar geregelt. Land Baden Württemberg, die Stadt Stuttgart, die Region Stuttgart und der Flughafen beteiligen sich nur bis zu den ursprünglich vereinbarten Summen.
Alle zusätzlichen Kosten darüber hinaus muss die Deutsche Bahn selbst übernehmen. Eine Klage gegen die Projektpartner auf Beteiligung an Mehrkosten war vor knapp einem Jahr in letzter Instanz gescheitert.
Was die Verzögerung für Fahrgäste bedeutet
Für Reisende bleibt die Situation rund um den Stuttgarter Hauptbahnhof weiterhin schwierig. Wegen der großen Baustelle im Zentrum müssen viele Fahrgäste seit Jahren längere Wege zu den Fernzügen zurücklegen. Außerdem kommt es regelmäßig zu Sperrungen von Strecken, Ersatzverkehr und Zugausfällen.
Eine kleine Entlastung soll es ab Ende 2027 geben. Dann will die Bahn einen direkten Weg über das Dach des neuen Tiefbahnhofs öffnen. Reisende sollen so schneller zu den Gleisen des bisherigen Kopfbahnhofs gelangen.
Weitere Schritte sind bereits geplant.
- Ende 2030 soll der neue Fernbahnhof am Flughafen starten.
- 2032 soll die neue S Bahn Haltestelle Mittnachtstraße in Betrieb gehen.
- 2033 ist die Eröffnung des Pfaffensteigtunnels geplant. Er verbindet die Gäubahn aus Richtung Zürich mit dem neuen Hauptbahnhof.
Auch bei der Stuttgarter S Bahn sorgt die Verzögerung für Probleme. Einige bereits modernisierte Züge könnten kurz nach der geplanten Inbetriebnahme ausgemustert werden. Vertreter der Region sprechen deshalb von Fehlinvestitionen.
Ministerpräsident Özdemir zeigte sich zurückhaltend. Das Land baue den Bahnhof nicht selbst. Man werde aber darauf achten, dass die Bahn ihre neuen Zusagen einhalte. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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