Machtwechsel in Metzingen: Murray führt Hugo-Boss-Aufsichtsrat
- Die Frasers Group hatte in den vergangenen Monaten versucht, bei Hugo Boss ans Ruder zu kommen. (Archivbild)
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Metzingen. Für Anleger und Beschäftigte von Hugo Boss gibt es eine wichtige Personalentscheidung: In Metzingen hat der Modekonzern einen neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Michael Murray, Chef des Großaktionärs Frasers Group, wurde vom Aufsichtsrat an die Spitze des Gremiums gewählt.
Murray gehört dem Aufsichtsrat bereits seit Mai 2025 an. Seine Wahl fällt in eine Phase, in der der Einfluss der britischen Frasers Group auf Hugo Boss besonders im Blick steht. Der Konzern hatte in den vergangenen Monaten versucht, bei dem Modehaus die Kontrolle zu übernehmen.
Streit nach gescheiterter Übernahme
Dem Wechsel war ein Konflikt zwischen dem bisherigen Aufsichtsratschef Stephan Sturm und der Frasers Group vorausgegangen. Sturm hatte nach der knapp gescheiterten Übernahme durch die Briten am 14. September angekündigt, sein Mandat niederzulegen und aus dem Gremium auszuscheiden.
Als Nachfolger für Sturm im Aufsichtsrat soll der Wirtschaftsprüfer Robert Palmer gerichtlich bestellt werden. Sturm war seit Mai 2025 Mitglied und Vorsitzender des Kontrollgremiums.
Großaktionär hält fast 48 Prozent
Frasers hielt zuletzt fast 48 Prozent an Hugo Boss. Damit bleibt der britische Konzern ein entscheidender Anteilseigner, auch wenn die Übernahme knapp scheiterte.
Für die weitere Entwicklung des Modekonzerns sind vor allem diese Punkte wichtig:
- Aufsichtsratsvorsitz: Michael Murray übernimmt die Führung des Kontrollgremiums.
- Großaktionär: Die Frasers Group hält fast 48 Prozent an Hugo Boss.
- Konfliktpunkt: Das Verhältnis zwischen Frasers und der Unternehmensführung war bereits länger angespannt.
- Dividende: Streit gab es unter anderem über die Dividendenzahlung.
Frasers hatte Sturm bereits im Dezember das Vertrauen entzogen. Wie sich der neue Vorsitz im Aufsichtsrat auf die Zusammenarbeit zwischen Großaktionär und Unternehmensführung auswirkt, bleibt nun eine zentrale Frage für Hugo Boss in Metzingen. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |