Jobabbau bei Bosch in Gerlingen: Betriebsrat beklagt Frust

Bosch-Betriebsrat Frank Sell: «Ich bin es leid» (Archivbild) | Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Gerlingen. Beschäftigte in der Region Stuttgart müssen weiter mit Unsicherheit um ihre Arbeitsplätze rechnen: Am Bosch-Sitz in Gerlingen hat der Betriebsrat die angespannte Stimmung in der Zuliefersparte Mobility beschrieben.

Gesamtbetriebsratschef Frank Sell sagte, wegen des Arbeitsplatzabbaus und der offenen Zukunft der deutschen Auto- und Zuliefererindustrie gebe es „so viel Wut und so viel Frust in den Mannschaften“. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende des Unternehmensbereichs Mobility sprach am Sitz des Konzerns in Gerlingen bei Stuttgart.

Hohe Erwartungen an die Politik

Nach Sells Darstellung erwarten die Beschäftigten von der Politik konkrete Entscheidungen zur Sicherung von Arbeitsplätzen. Er kritisierte, Parteien hätten ihm wiederholt erklärt, sie hätten die Lage verstanden und wollten um Jobs kämpfen. Bis heute sei aber „kein einziger Arbeitsplatz auch nur ansatzweise gesichert worden“, sagte Sell.

Der Gesamtbetriebsrat Bosch Mobility vertritt nach eigenen Angaben rund 74.000 Beschäftigte an etwa 40 deutschen Standorten. Für die Region Stuttgart und weitere Standorte in Baden-Württemberg ist die Entwicklung in der Autozulieferindustrie besonders wichtig, weil viele Arbeitsplätze direkt oder indirekt daran hängen.

Betriebsrat fordert EU-Gesetz und nationale Task Force

Der Betriebsrat fordert laut Mitteilung unter anderem eine zügige Umsetzung des geplanten Industriegesetzes der EU, des Industrial Accelerator Act. Die EU-Kommission hatte den Entwurf im Frühjahr vorgestellt. Außerdem verlangt das Gremium eine nationale Task Force für die Automobilindustrie.

Bei Bosch laufen bereits seit Ende 2023 mehrere Programme zum Stellenabbau. Besonders betroffen ist die Zuliefersparte Mobility. Sie ist ein zentraler Unternehmensbereich des Konzerns und steht wegen des Umbruchs in der Autoindustrie unter Druck. dpa/red

Autor:

Jens Vollmer aus Kaiserslautern

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