Investitionskürzungen in Rheinland-Pfalz: Pharma warnt vor Folgen

«Berlin muss daher jetzt schleunigst handeln», sagt der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Ebling. (Archivbild) | Foto: Thomas Frey/dpa
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Rheinland Pfalz. Weniger Investitionen der Pharmaindustrie könnten Arbeitsplätze und Wachstum im Land bremsen. Gleich zwei große Unternehmen haben ihre Pläne für Standorte in Rheinland Pfalz deutlich reduziert.

Auslöser sind nach Angaben der Firmen vor allem geplante Sparmaßnahmen im deutschen Gesundheitssystem. Besonders die vorgesehenen höheren Rabatte für Medikamente sorgen für Kritik aus der Branche.

Eli Lilly halbiert Milliardenprojekt in Alzey

Der US Pharmakonzern Eli Lilly wollte ursprünglich rund 2,5 Milliarden US Dollar in eine neue Produktionsstätte im rheinhessischen Alzey investieren. Nun soll es nur etwa die Hälfte sein.

Damit stehen auch weniger neue Arbeitsplätze in Aussicht. Geplant waren ursprünglich bis zu 1000 Jobs. Wie stark die Kürzung den Arbeitsmarkt konkret trifft, ist noch offen. Das Unternehmen erklärte, Details würden in den kommenden Wochen geklärt.

Der Standort selbst bleibt bestehen. Der Produktionsstart in Alzey ist weiterhin für das kommende Jahr vorgesehen.

Boehringer streicht 900 Millionen Euro

Fast zeitgleich kündigte auch der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim an, geplante Investitionen von 900 Millionen Euro an deutschen Standorten zu streichen. Da der Stammsitz des Unternehmens in Ingelheim liegt, betrifft die Entscheidung auch Rheinland Pfalz.

Der Konzern verweist auf ein schwieriger werdendes internationales Umfeld. Märkte wie die USA und China bauten ihre Position bei Forschung und Entwicklung weiter aus. In Europa hingegen verschlechterten sich die Rahmenbedingungen.

  • Eli Lilly reduziert sein Werkprojekt in Alzey deutlich
  • Boehringer Ingelheim streicht Investitionen in Deutschland
  • Branchenvertreter warnen vor sinkender Planungssicherheit

Wirtschaft warnt vor Signalwirkung

Die Industrie und Handelskammer für Rheinhessen sieht in den Entscheidungen ein Warnsignal für die Industriepolitik. Investitionen würden im internationalen Wettbewerb getroffen. Entscheidend seien stabile und langfristig planbare Rahmenbedingungen.

Wenn Risiken steigen und Erlöse unsicherer werden, verliere ein Standort an Attraktivität. Das könne Innovation, Beschäftigung und Wertschöpfung treffen.

Auch die Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland Pfalz verweist auf eine schwierige wirtschaftliche Lage. Mehrere wichtige Industriebranchen hätten zuletzt Umsatzrückgänge verzeichnet.

Landesregierung fordert schnelle Lösungen

Der rheinland pfälzische Wirtschaftsminister Michael Ebling kündigte an, das Land wolle sich in Berlin für bessere Rahmenbedingungen einsetzen. Ziel sei es, Investitionen der Pharmabranche planbarer zu machen.

Positiv bewertet die Landesregierung, dass Eli Lilly grundsätzlich am Standort Alzey festhält und Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Auch das Bundesgesundheitsministerium erklärte, Entscheidungen gegen den Standort Deutschland seien bedauerlich. Zugleich bleibe der deutsche Markt trotz der geplanten Reformen weiterhin attraktiv für die Pharmaindustrie. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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