Insolvenz am Marienhospital Stuttgart: Kliniken fordern Kurswechsel
- Das Marienhospital in Stuttgart ist von der Insolvenz betroffen. (Archivbild)
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Stuttgart. Die Insolvenz des Marienhospitals sorgt für neue Sorgen um die Krankenhausversorgung. In Stuttgart hat eines der bekanntesten Krankenhäuser der Region ein Sanierungsverfahren gestartet. Klinikvertreter warnen nun vor weiteren finanziellen Belastungen für Krankenhäuser.
Die Baden Württembergische Krankenhausgesellschaft und der Präsident des Deutschen Landkreistages, Achim Brötel CDU, fordern einen Kurswechsel in der Krankenhauspolitik. Auslöser ist der Insolvenzantrag des Marienhospitals Stuttgart in Eigenverwaltung. Das Amtsgericht Stuttgart hat dem Antrag zugestimmt. Nach Angaben des Trägers Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH werden Patientinnen und Patienten weiterhin an allen Standorten behandelt. Neben dem weit über Stuttgart hinaus bekannten Marienhospital sind auch weitere Einrichtungen betroffen.
Warnung an den Bundestag
Der Vorstandsvorsitzende der Baden Württembergischen Krankenhausgesellschaft, Heiner Scheffold, bezeichnete die Insolvenz als deutliches Signal an die Bundespolitik. „Diese Insolvenz ist ein letztes Warnsignal an den Bundestag, die Regelungen des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes so nicht zu verabschieden“, erklärte er am Mittwoch, 17. Juni. Nach Berechnungen der Krankenhausgesellschaft könnten geplante Sparmaßnahmen das Defizit der Kliniken im Südwesten massiv erhöhen. Statt bisher rund einer Milliarde Euro könnte das Minus auf bis zu 1,7 Milliarden Euro steigen. Viele Krankenhäuser hätten ihre Rücklagen bereits aufgebraucht. Gründe seien steigende Kosten und strukturelle Nachteile im Finanzierungssystem. Besonders private und freigemeinnützige Träger könnten nicht auf zusätzliche Hilfen ihrer Eigentümer zurückgreifen.
Bedeutung des Marienhospitals für die Versorgung
Achim Brötel betonte die besondere Rolle des Marienhospitals für die medizinische Versorgung. Wenn ein Krankenhaus der Zentralversorgung Insolvenz anmelden müsse, müsse dies politische Konsequenzen haben. Auch Baden Württembergs Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand äußerte sich zuvor besorgt. Bei der Regierungspressekonferenz am Dienstag, 16. Juni, erklärte der Grünen Politiker, viele versorgungsrelevante Krankenhäuser im Land stünden wirtschaftlich stark unter Druck.
Die geplanten Sparmaßnahmen könnten die Lage weiter verschärfen. Hildenbrand warnte, eine hochwertige und bedarfsgerechte medizinische Versorgung könne gefährdet werden. Weitere Insolvenzen seien möglich. Ein unkontrolliertes Kliniksterben dürfe es nicht geben. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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