Immobilienpreise in Rheinland-Pfalz stabil – Neubau bricht ein
- Die Lage entscheidet oft über den Preis der Immobilie. (Symbolfoto)
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Rheinland-Pfalz. Wer im Bundesland ein Haus oder eine Eigentumswohnung kaufen will, trifft derzeit auf stabile Preise. Gleichzeitig verschärft sich ein anderes Problem. Es wird deutlich weniger neu gebaut.
Nach Angaben des Immobilienverbands IVD West haben sich die Kaufpreise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen seit rund einem Jahr landesweit kaum verändert. Eine echte Trendwende auf dem angespannten Immobilienmarkt ist bislang nicht zu erkennen.
Neubau kommt fast zum Stillstand
Als Hauptgrund gilt der starke Rückgang beim Wohnungsbau. Nach Einschätzung des IVD sorgt der nahezu zum Stillstand gekommene Neubau dafür, dass sich der Markt kaum bewegt.
Auch die allgemeine Unsicherheit in der Bevölkerung spielt eine Rolle. Weltweite Konflikte und wirtschaftliche Sorgen führen laut Verband dazu, dass viele Kaufinteressenten abwarten. Immobilien bleiben deshalb deutlich länger am Markt.
Deutlich weniger neue Wohnungen
Das Statistische Landesamt meldet für das vergangene Jahr nur noch 2.822 fertiggestellte Wohngebäude in Rheinland-Pfalz. Das sind 29 Prozent weniger als im Jahr zuvor.
Insgesamt entstanden 7.126 neue Wohnungen. Das entspricht einem Rückgang um 22 Prozent.
Der Großteil der Neubauten waren Einfamilienhäuser. Ihre Zahl ging besonders stark zurück.
- Einfamilienhäuser minus 31 Prozent
- Zweifamilienhäuser minus 27 Prozent
- Wohnungen in Mehrfamilienhäusern minus 15 Prozent
Auch Baugenehmigungen gehen zurück
Schon bei den Genehmigungen zeigt sich der rückläufige Trend. Im ersten Quartal wurden 7,5 Prozent weniger Wohnungen in neuen Wohngebäuden genehmigt als im gleichen Zeitraum zuvor.
Die Behörden meldeten 888 genehmigte Gebäude mit insgesamt 2.252 Wohnungen. Rund 63 Prozent davon sollen in Mehrfamilienhäusern entstehen. Etwa 27 Prozent entfallen auf Einfamilienhäuser und rund zehn Prozent auf Zweifamilienhäuser.
Große regionale Unterschiede bei den Preisen
Während der landesweite Durchschnitt stabil bleibt, unterscheiden sich die Entwicklungen je nach Region deutlich.
Leichte Preissteigerungen meldet der Immobilienverband unter anderem in Universitätsstädten und in Teilen Rheinhessens. Beispiele sind:
- Worms plus vier Prozent
- Bodenheim plus drei Prozent
- Andernach plus ein Prozent
In anderen Städten gingen die Preise dagegen leicht zurück. Dazu zählen Ludwigshafen, Zweibrücken und Nierstein mit jeweils etwa minus zwei Prozent.
Auch bei Eigentumswohnungen ist das Bild gemischt. In Ingelheim, Kaiserslautern und Oppenheim stiegen die Preise für Bestandswohnungen um rund vier Prozent. In Gönnheim, Ludwigshafen und Bad Kreuznach wurden dagegen Rückgänge beobachtet.
Neubauwohnungen deutlich teurer
Die wenigen neu gebauten Wohnungen werden hingegen deutlich teurer verkauft. In einzelnen Orten stiegen die Preise für Neubauten um mehr als zehn Prozent.
In sehr guten Lagen von Mainz werden inzwischen mehr als 6.000 Euro pro Quadratmeter bezahlt. Dahinter folgen Ingelheim mit rund 5.700 Euro und Speyer mit etwa 5.300 Euro.
Deutlich günstiger sind Neubauten in ländlichen Regionen. Eine der niedrigsten zuletzt gemeldeten Quadratmeterpreise lag in Rengsdorf bei rund 1.200 Euro.
Forschungsinstitut sieht großen Wohnraumbedarf
Das Pestel-Institut bewertet die Lage auf dem Wohnungsmarkt als angespannt. Schon Ende vergangenen Jahres fehlten demnach rund 133.000 Wohnungen in Rheinland-Pfalz.
Bis zum Jahr 2030 könnten nach Einschätzung der Experten bis zu 200.000 zusätzliche Wohnungen benötigt werden. Dafür müssten jährlich etwa 33.300 neue Wohnungen entstehen.
Energiezustand wird immer wichtiger
Nach Einschätzung des Eigentümerverbands Haus und Grund bleibt zwar die Lage der wichtigste Faktor für Immobilienpreise. Gleichzeitig gewinnt der energetische Zustand von Gebäuden stark an Bedeutung.
Vor allem in ländlichen Regionen mit älteren Häusern verlangen Käufer häufig Preisabschläge, weil sie hohe Kosten für energetische Sanierungen einplanen. In gefragten Stadtlagen fällt dieser Effekt deutlich geringer aus.
Zudem rechnen Experten damit, dass in den kommenden Jahren mehr Häuser der Babyboomer-Generation auf den Markt kommen. Besonders in Regionen mit schwächerer Infrastruktur könnte sich die Lage dadurch weiter verändern. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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