IGBCE warnt bei Evonik in Essen vor Schnellschüssen
- Evonik-Übernahme durch BASF? Die Gewerkschaft IGBCE will das «Für und Wider der Initiative sorgfältig bewerten».
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Essen. Für Beschäftigte von Evonik und BASF bleibt die Zukunft von Arbeitsplätzen und Standorten offen: Die IGBCE warnt in der Debatte über eine mögliche Übernahme von Evonik durch BASF vor übereilten Entscheidungen.
In einem dreiseitigen Brief an die Betriebsräte beider Unternehmen rufen der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis und Hauptvorstandsmitglied Alexander Bercht zur Besonnenheit auf. Die Initiative komme in einer sensiblen Zeit für beide Konzerne und für die Chemieindustrie in Deutschland und Europa, heißt es in dem der dpa vorliegenden Schreiben.
Der Druck auf deutsche Standorte und Arbeitsplätze sei seit Jahren hoch, betont die Gewerkschaft. „Größer ist nicht automatisch besser, und ein bloßes Weiter-so auch nicht“, schreiben Vassiliadis und Bercht.
Diese Fragen stellt die IGBCE
Die Gewerkschaft verlangt, die derzeitige Unterstützung für Arbeitsplätze und Standorte verbindlich zu nutzen und die möglichen Folgen der BASF-Initiative sorgfältig zu prüfen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem diese Punkte:
- Welches Zukunftsangebot BASF den Beschäftigten und Standorten beider Unternehmen macht
- Wie Evonik eine verbindliche Zukunft aus eigener Kraft sichern will
- Wann die strategischen Initiativen kommen, für die der laufende Personalabbau die Grundlage schaffen sollte
- Welche Verantwortung die RAG-Stiftung bei den verschiedenen Optionen für Evonik übernehmen will
Die RAG-Stiftung hält rund 43 Prozent der Evonik-Aktien und ist damit die größte Anteilseignerin. Die IGBCE verweist darauf, dass die Dividende von Evonik für die Stiftung besonders wichtig sei. Ohne diese Einnahmen müsste sie ihr übriges Vermögen deutlich erfolgreicher anlegen als bisher.
BASF-Sondierung ist weiter offen
Am 24. September hatten Evonik, BASF und die RAG-Stiftung mitgeteilt, dass ein Angebot vorliegt. Evonik sprach von einer unverbindlichen Ansprache durch BASF, die auf ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Evonik-Aktien ziele. Gespräche fänden derzeit nicht statt. BASF erklärte, Fortgang und Ausgang der Sondierungen seien offen. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |