Historisch schlechte Zuckerrüben-Ernte: Warum Zucker richtig teuer werden könnte
- Für einen ertragreichen Zuckerrübenanbau ist es zu heiß und zu trocken. (Symbolbild)
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Ochsenfurt. Für Verbraucher könnte Zucker teurer werden: In Süddeutschland wird nach Einschätzung der Anbauer in diesem Jahr deutlich weniger Zucker erzeugt als im Vorjahr.
Der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer in Unterfranken erwartet nach eigenen Angaben rund ein Drittel weniger Produktion. Geschäftsführer Paul-Martin Pfeuffer sprach von der niedrigsten Zuckerrüben-Ernte seit der Wiedervereinigung.
Trockenheit und Hitze bremsen das Wachstum
Die Gründe liegen vor allem im Wetter. Während andere Kulturen vielerorts schon geerntet sind, ist der Hochsommer für Zuckerrüben eine wichtige Wachstumsphase. Nach Angaben des Verbands haben viele Bestände wegen anhaltender Trockenheit ihr Wachstum jedoch eingestellt. Selbst Flächen mit normalerweise guter Wasserversorgung zeigten deutliche Stresssymptome.
Krankheiten verschlechtern die Zucker-Ausbeute
Hinzu kommen Krankheiten wie SBR und Stolbur. Der Trockenstress schwäche die Pflanzen zusätzlich gegen Erreger, teilte der Verband mit. Die Folge seien teils gummiartige Rüben, aus denen sich deutlich weniger Zucker gewinnen lasse.
Auch andere Anbauregionen fallen schwächer aus
Neben Süddeutschland sieht der Verband auch Probleme in anderen wichtigen Regionen. Besonders Frankreich als größtes europäisches Rübenanbau-Land leide unter extremer Hitze und Trockenheit. Das könne nach Einschätzung des Verbands Folgen für den Markt und damit auch für die Preise im Supermarkt haben.
Für viele Betriebe ist die Lage wirtschaftlich angespannt. Nach Angaben des Verbands bauen Landwirte im Schnitt auf 20 bis 25 Prozent ihrer Flächen Zuckerrüben an. Gleichzeitig sei auch die Ertragssituation bei anderen Ackerkulturen schwierig. Absolute Produktionszahlen für Süddeutschland nennt der Verband aus Wettbewerbsgründen nicht.
Der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer vertritt nach eigenen Angaben knapp 10.000 Anbauer. Sie bewirtschaften rund 100.000 Hektar und beliefern sieben Fabriken in mehreren Bundesländern, darunter Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Sachsen und Thüringen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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