Frühe Ernte in Baden-Württemberg: Weizen leidet unter Hitze

Im Südwesten wird aktuell Wintergerste geerntet - wie hier in Langenenslingen. (Archivbild) | Foto: Thomas Warnack/dpa
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Baden-Württemberg. Die Hitze beschleunigt im Südwesten die Getreideernte und setzt vor allem dem Winterweizen zu. In frühen Anbauregionen wie dem Raum Karlsruhe und dem Rhein-Neckar-Kreis läuft die Ernte bereits seit Ende Juni.

Nach Angaben des Landesbauernverbands sind die Pflanzen wegen der hohen Temperaturen der vergangenen Wochen schneller reif geworden. Aktuell wird vor allem Winterbraugerste geerntet. In den kommenden Wochen folgen Winterweizen, Winterraps sowie Sommergetreide wie Sommergerste und Hafer.

Auch beim Winterweizen rechnen die Landwirte mit einem um rund zehn Tage vorgezogenen Erntebeginn. Insgesamt erwartet der Verband eine durchschnittliche Ernte. Allerdings fallen die Unterschiede je nach Region deutlich aus. Entscheidend sind vor allem Bodenart und Wasserverfügbarkeit.

Gerste mit guten Erträgen

Bei der bereits geernteten Wintergerste zeigt sich laut Bauernverband ein vergleichsweise gutes Bild. Die Erträge liegen demnach im Durchschnitt oder leicht darüber. Auch die Qualität wird als gut beschrieben. Positiv ausgewirkt haben sich die Niederschläge im Mai und Anfang Juni.

Die spätere Hitzephase traf die Gerste nach Verbandsangaben erst dann, als die Stärkeeinlagerung ins Korn bereits abgeschlossen war. Das ist wichtig für große Körner und stabile Erträge.

Winterweizen steht stärker unter Druck

Kritischer ist die Lage beim Winterweizen. Er befindet sich derzeit in der Kornfüllungsphase. Hohe Temperaturen können in dieser Phase eine sogenannte Notreife auslösen. Die Pflanze reagiert auf den Stress, sichert ihr Überleben und bildet dabei kleinere Körner. Dadurch drohen Einbußen bei Ertrag und Qualität.

Wie stark die Folgen tatsächlich ausfallen, ist nach Einschätzung des Bauernverbands noch offen. Vor allem auf sandigen oder flachen Böden könnte fehlender Regen die Ernte schmälern.

Mais und Zuckerrüben mit regionalen Unterschieden

Auch bei Mais und Zuckerrüben zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Beim Mais sind teils eingerollte Blätter zu sehen. Das gilt als Zeichen für Hitzestress und fehlenden Niederschlag. Manche Bestände sind noch klein, andere entwickeln sich gut.

Bei Zuckerrüben gibt es auf sandigen Böden erste Anzeichen von Trockenstress. Für beide Kulturen sind die Niederschläge der vergangenen Tage wichtig, weil sie erst im Herbst geerntet werden. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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