Frachter in Düsseldorf festgefahren: Mercedes-Sprinter hängen fest
- An Bord des Frachtschiffs sind jede Menge Mercedes-Sprinter.
- Foto: Christoph Reichwein/dpa
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Düsseldorf. Der Schiffsverkehr auf dem Rhein läuft trotz eines festgefahrenen Frachters im Düsseldorfer Hafen weiter. Das mit Mercedes-Sprintern beladene Schiff blockiert nach Angaben der Wasserschutzpolizei nur ein Hafenbecken und beeinträchtigt weder den Rheinverkehr noch den übrigen Hafenbetrieb.
Das Frachtschiff steckt seit 28. September fest. Der Grund ist der niedrige Pegelstand. Ein Schlepper könne unter den derzeitigen Bedingungen nicht sinnvoll an das Schiff heranfahren, teilte die Polizei mit. Bei einem Befreiungsversuch bestehe vielmehr die Gefahr, das Schiff zu beschädigen.
Niedrigwasser bremst den Frachter aus
Das Schiff fährt unter niederländischer Flagge. Laut dem Schiffsortungsdienst Vesselfinder ist es 135 Meter lang und 12 Meter breit. Drehmanöver des Kapitäns blieben erfolglos. Ein Sprecher der Neuss-Düsseldorfer Häfen sagte, der Kapitän habe vermutlich das Gewicht der Beladung falsch eingeschätzt.
Die Trockenheit und ausbleibende Niederschläge sorgen dafür, dass der Rhein und andere Flüsse deutlich weniger Wasser führen als üblich. Auf dem Rhein sind deshalb nur noch wenige Frachtschiffe unterwegs. Viele fahren zudem nur mit geringer Ladung. Auch Fähren haben ihren Betrieb eingestellt. Für die Industrie bedeutet der eingeschränkte Schiffsverkehr höhere Kosten, weil Rohstoffe und Ersatzteile schwerer oder teurer transportiert werden.
Ein Teil der Sprinter soll entladen werden
Der Frachter war vor der geplanten Abfahrt am 28. September mit Transportern von Mercedes-Benz Vans aus dem Düsseldorfer Sprinter-Werk beladen worden. Ziel war Rotterdam. Nach Angaben einer Sprecherin von Mercedes-Benz Vans wurden die Fahrzeuge nicht beschädigt. Die Auslieferungen am Standort Düsseldorf seien derzeit nicht beeinträchtigt, weil es Alternativen über Züge und Lastwagen gebe.
Der Automobil-Logistiker Mosolf, der das Schiff gechartert hat, erklärte, das Schiff sei bereits mit reduzierter Ladungsmenge unterwegs gewesen. Aktuell werde versucht, den Frachter mit den eigenen Bugstrahlrudern wieder freizubekommen und zurück in den Hafen zu bringen. Durch die Bewegung soll sich das Schiff von der Sandbank lösen, auf die es aufgefahren ist.
Anschließend sollen im Hafenbecken einige Sprinter entladen werden, um das Gewicht weiter zu reduzieren. Mosolf will die Pegelstände weiter beobachten und gegebenenfalls Ende der Woche erneut versuchen, den Rhein zu erreichen. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |