Ernte in Rheinland-Pfalz besser als erwartet: Trockenheit bleibt Risiko

Trotz Hitze und Trockenheit ist die Ernte besser ausgefallen als ursprünglich erwartet. (Archivbild) | Foto: Harald Tittel/dpa
  • Trotz Hitze und Trockenheit ist die Ernte besser ausgefallen als ursprünglich erwartet. (Archivbild)
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Rheinland-Pfalz. Für Verbraucher und Betriebe im Land fällt die Bilanz des heißen und trockenen Sommers bislang weniger schlecht aus als befürchtet. In Rheinland-Pfalz melden Bauern- und Winzerverbände eine insgesamt bessere Ernte als zunächst erwartet.

Hitze und Trockenheit haben den Reifeprozess vieler Kulturen beschleunigt. Dadurch läuft die Ernte ungewöhnlich früh und sehr kompakt ab. Wie stark die Folgen ausfallen, unterscheidet sich nach Verbandsangaben aber deutlich je nach Region und Kultur.

Wo die Ernte gut ausfällt – und wo es kritisch wird

Wintergerste kam dank der Feuchtigkeit aus dem Winter vergleichsweise gut durch die trockene Phase. Vielerorts gab es sogar überdurchschnittliche Ergebnisse. Auch Raps zählt zu den Kulturen mit guten Aussichten. Beim Winterweizen ist die Lage gemischt. Nach einer zunächst guten Entwicklung drückten Frühjahrstrockenheit und Hitze während der Kornfüllung regional die Erträge.

Besonders angespannt ist die Lage bei Mais. Die Bestände reichen von gut entwickelt bis stark geschädigt. Auch nicht beregnete Kartoffeln leiden unter der Trockenheit. Beim Grünland war der erste und zweite Schnitt vielerorts noch zufriedenstellend. Ein dritter Schnitt fiel regional aber aus.

  • Gut entwickelt: Wintergerste und Raps
  • Gemischte Bilanz: Winterweizen
  • Besonders betroffen: Mais, Zuckerrüben, Grünland und nicht beregnete Kartoffeln

Wein und Obst: Junge Anlagen leiden besonders

Im Weinbau sind die Reben bislang überwiegend gesund. Zunehmender Trockenstress zeigt sich laut Verbänden aber bei jungen Weinbergsanlagen und in flachgründigen Steillagen. Im Obstbau sorgen Sonnenbrand bei Äpfeln sowie Trockenschäden bei Zwetschen und Erdbeeren für Ausfälle.

Für viele Kulturen kommt es nun auf Regen an. Niederschläge könnten helfen, weitere Einbußen bei Ertrag und Qualität zu begrenzen.

Rheinpegel: BASF sieht Versorgung gesichert

Auch der niedrige Rheinpegel bleibt ein wichtiges Thema für Rheinland-Pfalz. BASF transportiert nach eigenen Angaben 40 Prozent der Güter am Stammwerk in Ludwigshafen per Schiff. Der Konzern sieht die Lage derzeit nicht als bedrohlich an.

Nach Unternehmensangaben können bei den aktuellen Pegeln alle Schiffe fahren. Sie sind aber nicht voll beladen. Deshalb werden insgesamt mehr Schiffe eingesetzt. Dazu gehören auch Niedrigwasserschiffe. Das speziell auf geringen Tiefgang ausgelegte Schiff „Stolt“ ist nach BASF-Angaben dauerhaft zwischen Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam und Ludwigshafen unterwegs.

Der Konzern verweist zugleich auf Handlungsbedarf am Mittelrhein. Aus BASF-Sicht ist die „Abladeoptimierung Mittelrhein“ ein besonders wichtiges Vorhaben zur besseren Schiffbarkeit bei Niedrigwasser.

Tourismus hofft auf starkes zweites Halbjahr

Im Tourismus ist Rheinland-Pfalz mit einem deutlichen Plus ins Jahr gestartet. Besonders stark legte das Ahrtal mit 14,6 Prozent mehr Gästen zu. Auch Campingplätze und Reisemobilstellplätze waren mit einem Plus von 14 Prozent gefragt. Die meisten Gäste kamen aus Deutschland. Unter den ausländischen Besuchern stellten Reisende aus den Niederlanden, den USA und Belgien die größten Gruppen.

Für Kabinenschiffe könnte die Lage bei weiter sinkenden Pegeln schwieriger werden. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein in Bingen hatte zuletzt darauf hingewiesen, dass Hotelschiffe je nach Wetterlage irgendwann nicht mehr fahren können.

Hotels und Gaststätten hoffen dennoch auf gute Geschäfte im weiteren Sommerverlauf. Der Dehoga in Rheinland-Pfalz setzt dabei auf zusätzliche Gäste an warmen Tagen auf Terrassen, in Biergärten und in Weingärten. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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