Equal Pay Day 2026: Warum Frauen in Deutschland bis Ende Februar ohne Lohn arbeiten
- auch 2026 verdienen Frauen in Deutschland weniger als Männer
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Gesellschaft. Auf den 27. Februar fällt 2026 der Equal Pay Day in Deutschland – jener symbolische Tag, bis zu dem Frauen rechnerisch „unbezahlt“ arbeiten, weil sie im Durchschnitt 16 Prozent weniger verdienen als Männer. Dieser so genannte Gender Pay Gap wirkt sich nicht nur auf das Jahresgehalt aus, sondern auch auf Vermögensbildung, Rentenansprüche und finanzielle Unabhängigkeit.
Ursachen der Lohnlücke
Die Gründe für den Gender Pay Gap sind strukturell: Frauen sind seltener in Führungspositionen, häufiger in schlechter bezahlten Branchen beschäftigt und übernehmen einen Großteil der unbezahlten Sorge- bzw. Pflegearbeit. Erwerbsunterbrechungen durch Mutterschaft und Familienphasen verstärken die Unterschiede zusätzlich. Transparenz bei Löhnen und gleiche Karrierechancen gelten als zentrale Stellhebel für mehr Gleichberechtigung.
Globaler Vergleich 2026: Wo ist die Lohnlücke am kleinsten – wo am größten?
Weltweit variiert der Gender Pay Gap erheblich. In einigen Ländern ist die Lohnlücke vergleichsweise gering, in anderen besonders groß – ein Hinweis darauf, dass politische Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Strukturen die Einkommensunterschiede stark beeinflussen.
Länder mit den geringsten geschlechtsspezifischen Lohnunterschieden
Einige Staaten kommen dem Ideal der Entgeltgleichheit näher:
- Luxemburg: Die unbereinigte Lohnlücke liegt bei etwa −0,7 % – Frauen verdienen dort im Schnitt sogar etwas mehr als Männer.
- Belgien: Sehr niedriger Pay Gap von rund 1,1 %.
- Italien, Polen, Rumänien und Slowenien zählen ebenfalls zu den Ländern mit vergleichsweise kleinen Lohnunterschieden (teils im einstelligen Prozentbereich).
- Auch Norwegen, Dänemark und Portugal gehören zu den OECD-Staaten mit niedrigeren Gender-Pay-Gap-Werten.
Diese Länder profitieren oft von robusten Arbeitsschutzsystemen, Transparenz bei Löhnen und Gleichstellungspolitik, die Familien- und Erwerbsphasen besser vereinbar macht.
Länder mit besonders hohen Gender-Pay-Gaps
Auf der anderen Seite gibt es Staaten mit deutlich größeren Lohnunterschieden:
- Südkorea: Unter den OECD-Ländern führt Südkorea mit rund 31 % Pay Gap – also über einem Drittel Unterschied zwischen den durchschnittlichen Löhnen von Frauen und Männern.
- Israel und Lettland weisen Pay Gaps von über 24 % bzw. ~25 % auf.
- Ebenfalls relativ hohe Lücken finden sich in Japan, Zypern und Estland (über 20 %).
- Weitere große Gaps werden in Teilen Nordamerikas (z. B. Kanada, USA) und einigen Schwellenländern beobachtet.
- so groß sind die Unterschiede - auch 2026 - wenn es um Gleichberechtigung geht
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Die Gründe hierfür sind vielfältig: starke Rollenbilder, mangelnde Betreuungs- und Familieninfrastrukturen, späte Karriere- oder Positionsdurchbrüche für Frauen sowie sektorale Segregation in gut- und schlechtbezahlte Branchen.
Gleichstellung bleibt global unterschiedliche Herausforderung
Während manche Länder bereits sehr nahe an Lohngleichheit herangekommen sind, zeigen andere, wie groß strukturelle Hürden noch immer sind. Der Equal Pay Day 2026 macht damit nicht nur auf die Situation in Deutschland aufmerksam, sondern setzt die hiesige Debatte in einen globalen Kontext: Lohngerechtigkeit ist weltweit ein ungleich verteiltes Ziel – und hängt entscheidend von gesellschaftlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.
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Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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