Engpässe am Rhein: Niedrigwasser verteuert den Bau
- Auf Bauherren könnten steigende Kosten zukommen, da mit dem Niedrigwasser Transporte teurer werden.
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Rheinland-Pfalz. Höhere Baukosten und längere Lieferzeiten treffen Bauherren im Südwesten, weil Niedrigwasser am Rhein und an anderen Flüssen wichtige Transporte ausbremst.
Vor allem Sand, Kies, Bitumen, Split und Natursteine kommen häufig per Schiff in großen Mengen zu Betonwerken und Baustellen. Wegen der niedrigen Pegel können Schiffe aber deutlich weniger laden. Nach Angaben von Branchenverbänden führt das zu knapperen Baustoffen, steigenden Transportkosten und einem wachsenden Risiko für Verzögerungen bei Bauprojekten.
Der Präsident des Verbands Baugewerblicher Unternehmer Hessen, Thomas Reimann, nennt bereits konkrete Folgen für den Bau von Mehrfamilienhäusern und Schulen. Lieferzeiten verlängerten sich. Sand und Kies würden knapper und damit teurer. Noch sei der zusätzliche Preisanstieg eher überschaubar. Die Branche habe aber bereits mehrere Kostenschübe in kurzer Zeit verkraften müssen.
Schiffstransporte sind nur begrenzt ersetzbar
Auch der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie warnt vor weiteren Engpässen, falls das Niedrigwasser anhält. Lieferanten hätten für erste Baustoffe bereits Engpässe angekündigt. Betroffen seien neben Bitumen, Split und Natursteinen auch Brenn- und Kraftstoffe sowie mineralische Bauabfälle.
Im Extremfall müssten zusätzliche Schiffe eingesetzt oder Transporte auf Schiene und Straße verlagert werden. Das sei jedoch nur begrenzt möglich und meist deutlich teurer. Flächendeckenden Stillstand auf Baustellen erwartet die Branche derzeit nicht. Das Risiko für höhere Logistikkosten und Verzögerungen steige aber mit der Dauer des Niedrigwassers.
Was das für Bauherren bedeutet
Für private und öffentliche Bauherren steigt damit der Kostendruck weiter. Der Anstieg der Baukosten gilt ohnehin als ein wichtiger Grund dafür, dass vor allem der Wohnungsbau stockt. Nach Schätzungen fehlen in Deutschland rund eine Million Wohnungen.
- Materialien könnten teurer werden, wenn Transporte länger dauern oder ausfallen
- Bauzeiten können sich verlängern, wenn Grundstoffe nicht rechtzeitig ankommen
- Planung wird schwieriger, weil Preise und Lieferketten unsicher bleiben
Recycling gilt als Chance mit Hürden
Aus der Bauwirtschaft kommt zugleich der Ruf nach mehr Recycling-Baustoffen und dem Erhalt bestehender Gebäudestrukturen statt teurem Abriss. Das könne Kosten und Ressourcen sparen. Nach Einschätzung der Verbände bremsen jedoch rechtliche Vorgaben und Ausschreibungen der öffentlichen Hand den breiteren Einsatz.
Kurzfristig löst das die aktuellen Probleme durch das Niedrigwasser nach Einschätzung der Branche nicht. Auch Recycling-Baustoffe müssten transportiert werden und würden bei niedrigen Wasserständen ebenfalls teurer und schwieriger ans Ziel kommen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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